Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Glencore Xstrata feiert mit Jamiroquai Weihnachten

Die Glencore-Xstrata Mitarbeiter waren am Donnerstagabend zur traditionellen Feier geladen. CEO Ivan Glasenberg zeigte sich dabei von seiner witzigen Seite.
Ernst Meier
Leadsänger «Jay» Kay bei einem Auftritt im Zürcher Hallenstadion im März 2011.

Leadsänger «Jay» Kay bei einem Auftritt im Zürcher Hallenstadion im März 2011.

Sie gilt als das Nonplusultra der Firmen-Weihnachtsfeiern: jene des Baarer Weltkonzerns Glencore. Seit Jahren ist die Tradition des Rohstoffunternehmens, dass man den Mitarbeitern in der ersten Dezemberwoche neben einem vorzüglichen Nachtessen nicht einfach eine 08/15-Band bietet. Nein, Glencore holt jeweils Top-Stars der internationalen Musikszene auf die private Bühne in Zug. In den vergangenen Jahren waren dies Stars wie Alicia Keys, Zucchero oder Pink. Schweigsam, wie sich der Konzern in seinen Geschäften zeigt, behält er auch diese sogenannten «Private-Gigs» innerhalb des Mitarbeiteranlasses. Nur durch Umwege gelangen Bandname und Details zum Auftritt ab und zu an die Öffentlichkeit. Die «Neue Zuger Zeitung» weiss: Am Donnerstagabend kamen die gegen 600 anwesenden Glencore-Xstrata-Mitarbeiter in den Genuss von Jamiroquai. Die britische Acid-Jazz-Band hatte ihre grössten Erfolge zwar in den 90er-Jahren, mit Hits wie «Cosmic Girl» oder «Deeper Underground» werden sie aber heute noch fleissig im Radio gespielt – und scheinen den Geschmack von Glencore-Xstrata-CEO Ivan Glasenberg gut zu treffen. Wie es heisst, bestimmt der gebürtige Südafrikaner mit Schweizer Pass höchstpersönlich, wer an seiner Weihnachtsfeier auftreten darf.

«We lead the way»

Auf Punkt 19 Uhr waren die Angestellten des Baarer Milliardenkonzerns in die extra für sie reservierte und streng abgesicherte Bossard-Arena geladen. Nach einem Mehrgänger trat um 21.30 Uhr Ivan Glasenberg ans Mikrofon. Er zeigte sich bestens gelaunt. «Es freut mich, zum ersten Mal auch Mitarbeiter von Xstrata hier bei uns zu begrüssen ... – zumindest jene, die überlebt haben», witzelte er in Anspielung auf den Zusammenschluss von Glencore und Xstrata im letzten Mai. Dieser hatte einen Stellenabbau zur Folge. Dafür erntete er vom Publikum Beifall, aber auch ein paar Pfiffe.

Anschliessend fuhr Glasenberg mit einem kurzen Jahresrückblick fort. Er rühmte sein Unternehmen, das «nicht einfach nur mit Rohstoffen handelt, sondern auch ‹real assets› wie Minen besitzt». Die fusionierte Glencore Xstrata sei eine tolle Firma, führend in der Branche. «We lead the way – they follow us», schwärmte er im Originalton. Glasenberg sprach auch die Kritiken an, denen sein Konzern unter dem Jahr ausgesetzt war. Er betonte, dass man alles unternehme, um die Gesetze zu befolgen, und versprach, den Kritikern, künftig zu zeigen, dass man «a good company» sei. Nach der Ehrung von langjährigen Mitarbeitern war es dann so weit: Glasenberg verkündete den folgenden Auftritt von Jamiroquai, was bis zu diesem Zeitpunkt selbst für die meisten Anwesenden noch ein Geheimnis war. Kurz nach 22 Uhr legten Frontman Jason «Jay» Kay und seine Bandmitglieder los – jetzt erreichte die Stimmung unter den Rohstoffhändlern ihren Höhepunkt. Über eine Stunde spielten Jamiroquai. Der Auftritt soll Glencore Xstrata eine «schöne sechsstellige Summe» kosten, schätzt ein Szenenkenner.

Firma schrieb Verlust

Nicht in Erfahrung zu bringen war, ob die Mitarbeiter am Donnerstagauch ein Geschenk mit nach Hause nehmen durften. In früheren Jahren gabs schon mal eine Rolex. Glencore habe aber auch schon zu Gunsten einer Spende an Unwetteropfer auf die Abgabe eines Geschenkes verzichtet, sagt ein ehemaliger Angestellter. «Zumindest hält man aber an der grossen Feier mit Topstars fest», fügte er mit einem Lächeln an. Wegen eines höheren Abschreibers habe man ja im ersten Halbjahr einen Verlust von über 9 Milliarden Dollar verzeichnet.

Weniger zu feiern haben in diesem Jahr die Aktionäre des Unternehmens. Die Titel verloren über 13 Prozent seit dem 1. Januar. Beim Börsengang am 19. Mai 2011 startete der Kurs bei 5,3 Pfund. Gestern schloss er bei 3,05 Pfund. Immerhin: Die Aktionäre dürfen sich an Weihnachten über die steuerfreie Dividende freuen – und es bleibt ihnen die Hoffnung, dass Glencore Xstrata bald den «Deeper Underground» wieder verlässt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.