Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Guggen setzen den Nebel in Brand

Unzählige Guggen haben gestern Abend wieder einmal zum Chesselwy in die Altstadt gerufen. Gemeinsam wurde gegen die Kälte angespielt.
Susanne Holz
Sorgten am Chesselwy in der Zuger Altstadt für fasnächtliche Stimmung: Die Guggenmusigen Belcantos aus Baar (Bild Maria Schmid)

Sorgten am Chesselwy in der Zuger Altstadt für fasnächtliche Stimmung: Die Guggenmusigen Belcantos aus Baar (Bild Maria Schmid)

Susanne Holz

Auf dem Landsgemeindeplatz wabert ein Nebel, der einen glauben machen könnte, in London an der Themse zu sein wären da nicht all die Guggen mit ihren schönen Instrumenten. Manche von diesen tragen zwar durchaus Kostüme, die very british daherkommen – dennoch sind diese Musikanten eindeutig dem Kanton Zug zuzuordnen.

Gestern haben die Guggen wieder die Nacht zum Tag gemacht und gross aufgespielt in der Zuger Altstadt. Zum Glück. Denn ihre Musik ist der rote Faden durch den dicken Nebel, in dem sich die eine oder andere finstere Gestalt rumzutreiben scheint. Nah am See gruppieren sich Piraten und Seemänner um einen roten Wagen, der die «World Finest Freak Show» ankündigt. Hinter dem Ausschank hat sich ein Typ mit weissem Gesicht, hohem grünem Hut und schwarzen Locken postiert, der aussieht wie eine Mischung aus Edward mit den Scherenhänden und dem Charlie aus Johnny Depps Schokoladenfabrik. Letzterer allerdings feiert auf seiner karibischen Insel gerade seine eigene Fasnacht.

Chesselwy 2015 (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
Chesselwy 2015 (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
Impressionen vom Chesselwy in der Altstadt Zug. Fotografiert am 12. Februar 2015 in Zug. Neue ZZ/Maria Schmid Fasnacht, Umzug, Fasnächtler, Musik, Guggenmusik, Konfetti, Kinder, Menschen, (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
Impressionen vom Chesselwy in der Altstadt Zug. Fotografiert am 12. Februar 2015 in Zug. Neue ZZ/Maria Schmid Fasnacht, Umzug, Fasnächtler, Musik, Guggenmusik, Konfetti, Kinder, Menschen, (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
Impressionen vom Chesselwy in der Altstadt Zug. Fotografiert am 12. Februar 2015 in Zug. Neue ZZ/Maria Schmid Fasnacht, Umzug, Fasnächtler, Musik, Guggenmusik, Konfetti, Kinder, Menschen, (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
Impressionen vom Chesselwy in der Altstadt Zug. Fotografiert am 12. Februar 2015 in Zug. Neue ZZ/Maria Schmid Fasnacht, Umzug, Fasnächtler, Musik, Guggenmusik, Konfetti, Kinder, Menschen, (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
Impressionen vom Chesselwy in der Altstadt Zug. Fotografiert am 12. Februar 2015 in Zug. Neue ZZ/Maria Schmid Fasnacht, Umzug, Fasnächtler, Musik, Guggenmusik, Konfetti, Kinder, Menschen, (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)
7 Bilder

Chesselwy in Zug

Noch gruseliger ist wohl nur der gross gewachsene Herr, der sich nicht zwischen den Identitäten von Spider-Man und Till Eulenspiegel entscheiden konnte. Um ihn macht man also einen grossen Bogen, ebenso um den Scherenhand-Schoko-Barkeeper wer weiss, was der alles ausschenkt –, und landet schnurstracks auf dem Fischmärt, wo die Quaker aus Hünäbärg gerade alles geben. Fire to the Rain, Adele, diese Welt liegt dir zu Füssen. Und die Quaker, in ihrem Kostüm zwischen Feuerwehr und Strassenbau, setzen den Zuger Altstadtnebel in Brand. Hoch die Trommeln und runter die Körper. Ein bisschen Gymnastik zu Musik mit Biss.

Vampire sichtet man Gott sei Dank keine, nur Wikinger und Burgfräuleins. Guggen und Fasnächtler bilden gemeinsam einen Strom, der einen zum Zytturm mitreisst. Dort geht rein musikalisch in diesem Moment zwar nicht der Punk ab, dafür aber eine Ballade, die es genauso in sich hat. Belcantos und Crescendos präsentieren gemeinsam das gute alte «My oh My» aus dem Jahre 1983. Die Band Slade hatte den Song auf einem Album mit einem Titel, der jeder Fasnacht alle Ehre macht: «Amazing Kamikaze Syndrom».

Nun stürzt man sich nicht ins Nichts, sondern in die Nacht. Viele hat es bereits in die Kneipen und Bars rund um den Landsgemeindeplatz gezogen: Von draussen sieht man spitze Hüte und silberne Kronen wippen. Vom Ausschank mitten auf dem Platz ist zu hören: «Jetzt aber Vollgas.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.