ZUG: Hagelzüge kosten die Gebäude­versicherung Millionen

Die Schadensumme bei der Gebäudeversicherung hat 2013 massiv zugenommen. Experten sagen eine weitere Steigerung voraus.

Silvan Meier
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Bernadette Sutter aus Hünenberg holt mit einer Rollladenstange Hagelkörner aus den Netzen, die ihre Obstbäume schützen. (Bild: Themenbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Bernadette Sutter aus Hünenberg holt mit einer Rollladenstange Hagelkörner aus den Netzen, die ihre Obstbäume schützen. (Bild: Themenbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Max Uebelhart war mit Petrus auch schon zufriedener als im vergangenen Jahr. Denn dieser liess es 2013 über dem Kanton Zug öfter und intensiver hageln und stürmen als andere Jahre. Und deshalb musste Uebelhart als Geschäftsführer der Gebäudeversicherung Zug (GVZG) tief in die Kasse greifen. Auf 12,3 Millionen Franken beläuft sich die Schadensumme, allein 9,14 Millionen hat die GVZG für so genannte Elementarschäden, zu welchen Hagelstürme zählen, bezahlt – drei Mal mehr als im Vorjahr.

Ähnlich hoch war die Summe einzig 2011 als ebenfalls insbesondere ein Hagelzug für Schäden von 8,3 Millionen Franken sorgte. Höher als 2013 fielen die Elementarschäden in den letzten zehn Jahren lediglich 2005 aus. Damals kam es im August zu grossen Überschwemmungen.

Glas hält Hagel Stand

20 Minuten reichten, um die Bilanz 2013 zu verhageln. Am 1. Mai zog ein Sturm vom Napf her über den Ennetsee. 1800 Schadensmeldungen gingen innert kürzester Zeit bei der GVZG ein. Allein in Risch entstanden Schäden von 4,5 Millionen Franken. Dass es so teuer kommt, hat auch mit dem Fehlverhalten der Hausbesitzer zu tun. Denn statt die Storen oben zu lassen, wollen viele ihre Fenster vor den Hagelkörnern schützen. Dabei hätten diese das gar nicht nötig. «Wir hatten letztes Jahr keinen einzigen Glasschaden wegen Hagels», sagt Uebelhart. «Dafür hat es die Lamellenstoren von ganzen Gebäudefronten verhagelt.»