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ZUG: Heinz Tännler will Stillstand verhindern

Das Verkehrsproblem soll trotz des Neins zum Stadttunnel nicht auf die lange Bank geschoben werden. Wie dies realisiert werden kann, zeigt die Nachfrage beim Baudirektor.
Die Häuser beim Gubelloch sollen abgerissen werden. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Häuser beim Gubelloch sollen abgerissen werden. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Charly Keiser

Die Zuger haben den Stadttunnel am vergangenen Wochenende an der Urne deutlich bachab geschickt. Von intelligenteren und günstigeren Lösungen sprachen die Gegner im Vorfeld des Urnengangs und von einem endgültigen Ende einer Tunnellösung bei einem Nein die Befürworter. Ist auch für Baudirektor Heinz Tännler eine wie auch immer geartete Tunnellösung definitiv vom Tisch? Oder können oder werden Baulinien und Freihaltezonen an den Orten der möglichen Portale beibehalten, um doch noch eine Tunnellösung zu ermöglichen? Und was passiert mit den Gebieten, in denen definitiv kein Tunnelportal hinkommt? Wird dort bald gebaut?

Baulinien werden aufgehoben

«Ich werde nach den Sommerferien mit dem Antrag zur Aufhebung der Baulinien in den Regierungsrat gehen», verrät Tännler. «Die Baulinien müssen nämlich aufgehoben werden, denn sie sind ohne ein konkretes Projekt nicht zu halten.» Mit dem Nein des Souveräns sei auch der Richtplan nicht mehr aktuell, ergänzt Tännler und doppelt nach: «Es gibt keine rechtliche Grundlage mehr, die Baulinien zu halten. Wir müssen diese aufheben.» Es sei natürlich illusorisch, innert eines halben Jahres ein neues Projekt aus dem Ärmel schütteln zu können, das dann wieder die Berechtigung bringen würde, Planungszonen und später Baulinien erlassen zu können. Zumal eine Tunnellösung für die Stadt und den Kanton kein Thema mehr sei. Der Baudirektor betont: «Noch einmal. Eine Tunnellösung, auch eine abgespeckte Variante, gibt es wohl nicht mehr. Sie ist heute kein Thema mehr wenn überhaupt je noch einmal.»

Suche nach Lösungen forcieren

Der Weg sieht laut Tännler nun so aus: Zuerst müsse sauber analysiert werden, was die wirklichen Gründe für das Nein gewesen seien. Dazu werde ein Schreiben an alle Beteiligten geschickt, damit diese angehört und eine entsprechende Analyse gemacht werden könne. «Wir werden dann versuchen, mit der Stadt und den zugewandten Organisationen wieder einen Prozess in Gang zu setzen. Ich muss dazu das Einverständnis der Regierung abholen der Prozess kann allenfalls mit dem Raumordnungskonzept kombiniert werden.» In diesem Zusammenhang könne über das übergeordnete kantonale Verkehrskonzept diskutiert werden. «Wir müssen jetzt die Zügel in die Hand nehmen, nach vorne schauen und evaluieren, ob wir einen Lösungsansatz oder Prozess finden, mit dem man wieder in eine Diskussion einsteigen kann», sagt Tännler. Es sei wichtig, von den Komitees über den Heimatschutz bis zu den Quartiervereinen und Parteien alle anzuhören. «Ich meine, dass das ein zielführender Weg ist, um einen guten Prozess neu anzustossen.»

Der Kanton wolle die Stadt nicht ihrem Schicksal überlassen er wolle vielmehr Hand bieten und eine Lösung suchen, verspricht Heinz Tännler. Wichtig sei dabei, die Kräfte zu bündeln und wenn möglich zu verhindern, dass unnötige politische Konfrontation zwischen verschiedenen Kräften entsteht. «Es braucht Lösungen, hinter denen alle Beteiligten stehen können. Sonst gibt es einen Stillstand, was für die Stadt Zug nicht gut wäre ...», so der Baudirektor.

Eine Stagnation ist nicht in Sicht

Stillstand werde es auch bei den nun nicht mehr benötigten Portalen kaum geben, ergänzt der Landammann. Bestimmt werde dort bald geplant und früher oder später auch gebaut. So an der Ägeristrasse, wo das alte Haus wohl bald einem Neubau weichen könnte; beim Gubelloch, wo ein Bebauungsplanverfahren am Laufen sei, sowie auch an der Gotthardstrasse, wo der heutige Parkplatz wohl bald einem Bau weichen könnte. Und letztlich auf der Rothusmattwiese, wo ebenfalls gebaut werden könne. Dies, weil der dort unterirdisch geplante Kreisel für den Tunnel nun nicht realisiert wird.

Ein weiterer Nutzniesser der neuerdings klaren Situation ist die Zug Estates AG, die nebst dem Parkhotel auch Besitzerin des City Garden Hotel mit dem CU Restaurant an der Metallstrasse ist. Bekanntlich wurde das Hotel für nur eine kurze Lebensdauer geplant, weil dort bislang ein mögliches Portal für den Stadttunnel geplant war. «Wir nehmen das Resultat zur Kenntnis», sagt Tobias Achermann, CEO der Zug Estates AG. Kurzfristig seien keine Änderungen vorgesehen. Tobias Achermann: «Wir analysieren und prüfen in den nächsten Monaten, was aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen möglich ist.»

Das Hotel City Garden in Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Hotel City Garden in Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Der Parkplatz bei der UBS in Zug soll umgenutzt werden. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Der Parkplatz bei der UBS in Zug soll umgenutzt werden. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

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