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ZUG: Hier will Zug geregelt hoch hinaus

Im Oktober wurde er vom Stadtrat verabschiedet, gestern den Medien präsentiert – der Entwurf zum Hochhausreglement. Im Kern teilt er die Stadt in vier Zonen ein.
Die Zeit für Solitärbauten, die den Ort definieren, wie hier der Parktower in der Stadt Zug, ist wohl schon wieder vorbei. (Bild: Stefan Kaiser)

Die Zeit für Solitärbauten, die den Ort definieren, wie hier der Parktower in der Stadt Zug, ist wohl schon wieder vorbei. (Bild: Stefan Kaiser)

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Das Uptown und der Parktower – den einen gefallen sie, den anderen nicht. Klar ist aber: Zug ist eine Hochhausstadt, und das nicht erst, seit diese beiden modernen Wahrzeichen in den Himmel ragen. Nein, mit über 50 Gebäuden von mehr als 25 Metern Höhe weist Zug eine Hochhaustradition auf. Wobei die ersten Hochhäuser, die die Stadt noch immer prägen, bereits in den Sechzigerjahren entstanden sind.

Klar ist auch: Die Bevölkerung wächst, die Einzelhaushalte nehmen zu, der Bedarf an Wohnraum wird weiter steigen. Und: In den nächsten 20 Jahren sind Einzonungen nicht mehr möglich – es bleibt also nur verdichtetes Bauen. André Wicki, Vorsteher des Baudepartements der Stadt Zug, ist der Ansicht: «Die Stadt Zug soll wachsen. Und sie wird wachsen. Aber die neuen Gebäude sollen nicht endlos in den Himmel ragen.» Ein stimmiges Siedlungsbild sei ein hoher Wert, und den werde das Reglement sicherstellen.

Der Weg durch die Instanzen

Gestern hat die Stadt den Entwurf des Hochhausreglements der Öffentlichkeit vorgestellt – nachdem er im Oktober vom Stadtrat verabschiedet wurde und sich nun bei der kantonalen Baudirektion in der Vorprüfung befindet. Der Grosse Gemeinderat wird im ersten Halbjahr 2016 über das Hochhausreglement beraten – danach liegt das Reglement zur öffentlichen Mitwirkung auf. Es definiert vier Hochhauszonen (siehe Box) und konkretisiert das Hochhausleitbild von 2010. Es ist parzellenscharf, grundeigentümerverbindlich und bietet Rechtssicherheit. Erarbeitet wurde es unter anderen von Stadtplaner Harald Klein, Patrick Bisang (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, SIA), Thomas Baggenstos vom Bauforum Zug und dem ehemaligen Stadtarchitekten Beat Aeberhard.

«Das Hochhausreglement ist wichtiger Bestandteil für die langfristige Entwicklung der Stadt Zug und stellt die Weichen für allfällige Hochhäuser, die in den nächsten Jahrzehnten gebaut werden», so André Wicki gestern. Weiter betont der Bauvorsteher: «Die Stadt muss mit ihrem Boden haushälterisch umgehen. Die Bevölkerung wünscht keine zusätzliche Zersiedelung.» Dies habe die Abstimmung zum Eidgenössischen Raumplanungsgesetz im Jahr 2013 klar zu Tage gebracht: «Das Stadtzuger Stimmvolk stimmte diesem mit 74,6 Prozent überdurchschnittlich deutlich zu.»

Stadtarchitekt Christian Schnieper stellte gestern klar, dass es beim Reglement nicht nur um die Höhe der Bauten geht, sondern auch um eine hohe städtebauliche Qualität. Für jedes Hoch- haus brauche es ein mehrstufiges Wettbewerbsverfahren und auch einen Bebauungsplan, der vom Stadtparlament bewilligt werden müsse. «Mit dem mehrstufigen Planungsverfahren wird sichergestellt, dass die Hochhäuser sich gut ins Quartier und ins Stadtbild einfügen.»

«Paragrafen als Checkliste»

Stadtplaner Harald Klein formuliert das Anliegen der Arbeitsgruppe, die er geleitet hat, so: «Wir möchten eine moderne und durchmischte Stadt, mit einem markanten Zentrum und starken Freiräumen.» Zug verfüge über ein hohes Verdichtungspotenzial – wichtig sei die Differenzierung der Quartiere. Genauso wichtig findet es der Stadtplaner, hohe Qualitätsvorgaben zu sichern. «Eine klare Vorstellung von Stadtentwicklung ist essenziell: Wo werden wir verdichten und wo nicht?»

Gefragt, ob das Hochhausreglement nicht relativ restriktiv sei, antwortet Harald Klein: «Wir haben lange diskutiert, ob es die Paragrafen sechs bis elf, die sich mit städtebaulichen Anforderungen, Anforderungen an die Architektur, Nutzung, Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur, Umwelt und nachbarrechtlicher Beeinträchtigung befassen, wirklich braucht. Aber diese Punkte sind wichtig als Checkliste. Und die Kreativität soll nicht eingeschränkt werden.»

Wie im Mittelalter

Es sei gut, auch über den Tellerrand zu schauen, befindet André Wicki. Weshalb als Referent auch SIA-Präsident Stefan Cadosch geladen ist. «Wir haben in der Schweiz noch lange keinen Dichtestress», erklärt Cadosch. Das dichteste Land in Europa sei Holland, die dichtesten Städte Paris und London. London habe neun Millionen Einwohner, der Kanton Zürich eine Million.

Stefan Cadosch ist der Meinung: «Zusammenzurücken kann auch schön sein.» Und wagt einen Vergleich über die Jahrhunderte hinweg: Im Mittelalter sei ein Häuschen im Grünen nicht sehr lässig gewesen, es hätte nicht den nötigen Schutz geboten – lieber habe man sich gegenseitig innerhalb einer Stadtmauer zurückgezogen.

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