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ZUG: Hilfe für pflegebedürftige Senioren, um länger zu Hause zu bleiben

Ambulant vor stationär heisst die Devise in der Gesundheitsversorgung. In diesem Sinne bietet die Pro Senectute Zug im Pilotprojekt gratis ein Case-Management an, mit dem pflegebedürftigen Senioren geholfen werden soll, zu Hause zurechtzukommen.
Christopher Gilb
Wer plötzlich im Alter auf Pflege angewiesen ist, muss sich mit vielen verschiedenen Fragen gleichzeitig beschäftigen. Das neue Angebot der Pro Senectute soll dabei Hand bieten. (Symbolbild: Roger Grütter)

Wer plötzlich im Alter auf Pflege angewiesen ist, muss sich mit vielen verschiedenen Fragen gleichzeitig beschäftigen. Das neue Angebot der Pro Senectute soll dabei Hand bieten. (Symbolbild: Roger Grütter)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Wer einen Blick auf die Bevölkerungszahlen nach Alter des Kantons Zug der letzten Jahre wirft, stellt fest, dass es rund 28 000 Personen unter der ständigen Wohnbevölkerung gibt, die schon 60 Jahre alt oder älter sind – Tendenz steigend. Bekannt ist auch der Trend, dass immer mehr Menschen gerne lange im Alter zu Hause bleiben möchten. Doch um dies zu gewährleisten, benötigen diese Hilfe. Zum Teil ist das Problem jedoch weniger, diese Unterstützung zu erhalten, als vielmehr, für jedes Bedürfnis das passende Angebot zu organisieren.

Nun hat Pro Senectute Zug im Auftrag der Sozialvorsteherkonferenz und zusammen mit den Zuger Gemeinden ein neues Angebot entwickelt, das genau da ansetzen soll. Mit dem sogenannten Case-Management für Senioren erhalten Personen ab 60 Jahre im Kanton Zug, die Mög­lichkeit sich an die jeweilige Fachperson der Organisation in der Gemeinde zu wenden, um sich in Sachen Koordination der Dienstleistungen unentgeltlich beraten zu lassen.

Angehörige überfordert oder zu weit weg

Denn «oft sind Betroffene und ihre Angehörigen mit den komplexen Fragen rund um eine ambulante Betreuung überfordert», sagt Michela Facchin, Fachperson für Altersfragen bei Pro Senectute Zug und Ansprechperson für das Case-Management für Zug, Oberwil und Walchwil. «Wir helfen deshalb dabei, die nötigen Leistungen zu organisieren und zu koordinieren, mit dem Ziel, eine optimale Lösung für die Betroffenen zu finden», so Facchin weiter. Aber oft ist es nicht nur so, dass die Angehörigen überfordert sind, sondern sie wohnen einfach nicht mehr vor Ort oder der Kontakt zu ihnen ist vielleicht nicht mehr so gut. Als Beispiel führt die Pro Senectute in ihrer Mitteilung zum Start des Pilotprojekts deshalb folgenden Fall an: Eine 78-Jährige wünscht sich nach ihrem Spitalaufenthalt, wieder nach Hause zu können. Doch dafür braucht sie Betreuung und Pflege, denn das Haus ist nicht altersgerecht eingerichtet und die Familie lebt im Ausland. Sie fühlt sich alleine, ist sturzgefährdet, und die administrativen Aufgaben wachsen ihr zunehmend über den Kopf. Deshalb stellt sich die Frage, wer bei ihr die nötige Hilfe im eigenen Haushalt erbringen könnte, wer die Pflege übernehmen und wer beim Kochen und bei den administrativen Aufgaben helfen könnte. Auch ist es wichtig zu klären, wie viel medizinische Unterstützung notwendig ist und welche Kosten die Krankenkasse übernimmt.

Aus Hilflosigkeit ins Pflegezentrum

Wenn ältere Menschen solche Fragen nicht beantworten können, könnte dies dazu führen, dass sie sich frühzeitig für den Eintritt in ein Pflegezentrum ­entscheiden würden, sagt Ro­setta Rosamilia, Leiterin Soziale Dienste bei der Pro Senectute Zug. «Wir wollen den Grundsatz ambulant vor stationär fördern.» Das Angebot der Pro Senectute würde deshalb Ordnung schaffen, indem die Organisation im Auftrag des Klienten etwa die Leistungen der verschiedenen Anbieter koordiniere und die Details für die Kostenübernahmen mit den entsprechenden Stellen wie Krankenkassen, Ausgleichskassen oder Behören abkläre. Somit könne auch verhindert werden, dass verschiedene eingesetzte Anbieter gleichzeitig ähnliche Leistungen erbringen würden, so Rosamilia.

Aktuell seien für das Angebot noch keine zusätzlichen Stellenprozente geschaffen oder bestehende aufgestockt worden. «Wir müssen jetzt erst einmal sehen, wie gross der Bedarf nach dem Angebot ist, deshalb auch das Pilotprojekt.» Falls dieses aber gut ankomme, sei es gut möglich, dass es irgendwann von den Gemeinden einen Leistungsauftrag für solch eine Dienstleistung gebe. Sie rechne aber nicht damit, dass jetzt gleich mehrere tausend Personen zum Hörer greifen und einen Beratungstermin organisieren würden, schliesslich richte sich das Angebot an Personen, die auf Betreuung angewiesen seien. Ob das Pilotprojekt Vorbild für andere Kantone sei, wisse sie nicht, da jede kantonale Pro Senectute autonom arbeite. «Es ist gut möglich, dass es in anderen Kantonen schon Vergleichbares gibt, aber auch, dass einige unsere Erfahrungen hier verfolgen werden.»

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