ZUG: Hinweise auf die Räuber fehlen

Sechs Autos wurden jüngst im Herti demoliert und ausgeräumt. Die Polizei ermittelt noch immer. Betroffene sind sicher: «Das war eine professionelle Truppe.»

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Mit eingeschlagener Hinterscheibe fand Nicolas Beeler am Freitag sein Auto vor. (Bild: PD)

Mit eingeschlagener Hinterscheibe fand Nicolas Beeler am Freitag sein Auto vor. (Bild: PD)

Samantha Taylor

Nicolas Beeler staunte nicht schlecht, als er am letzten Freitag nach dem EVZ-Match zu seinem Auto auf dem Parkplatz beim Herti kam. «Die hintere rechte Scheibe meines Autos war zertrümmert, und die Rücksitze waren runtergeklappt», berichtet der 23-jährige Kaufmann. Er und sein Kollege seien die ersten gewesen, die den Parkplatz erreichten. «Weil wir noch nach Luzern in den Ausgang wollten», sagt der EVZ-Fan. Dass daraus wohl nichts mehr würde, war den beiden allerdings rasch klar. «Als wir den Schaden gesehen haben, ist uns aufgefallen, dass auch andere Autos auf dem Platz beschädigt waren», sagt der Hünenberger. Sie hätten dann sofort die Polizei alarmiert,unddie sei kurz darauf eingetroffen.

Elektronische Geräte geklaut

Die Täter, die Autoscheiben zertrümmert haben, hatten die Gunst der Stunde während des Spiels genutzt, wie die Zuger Polizei mitteilte (Ausgabe vom Sonntag). Wie Mediensprecherin Judith Aklin gestern auf Anfrage äusserte, wurden bei insgesamt sechs Autos die Scheibe eingeschlagen und elektronische Geräte entwendet.

Nicolas Beeler wurde eine Tasche von Bally, in der Kleider waren, gestohlen. «Glücklicherweise hatte ich weder meinen Laptop noch mein Handy oder sonstige Wertsachen im Auto», so der 23-Jährige. Trotzdem belaufe sich sein Schaden auf rund 2000 Franken. «Kommt noch die Reparatur der Scheibe hinzu, die wohl noch mal etwa 300 Franken betragen wird», ärgert sich Beeler. Pech hatte auch ein anderer Geschädigter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. «Mir wurde meine gesamte Arbeitstasche inklusive der Arbeitsmappe und dem Tablet gestohlen.» Ausserdem habe er nach dem Vorfall mit einer kaputten Scheibe, die er mit einem Tuch abgedeckt habe, nach Luzern zurückfahren müssen. «Das Tablet hat mein Arbeitgeber bereits ersetzt. Das Auto kann ich heute wieder abholen – mit neuer Scheibe.»

Autos durchleuchtet

Die Polizei konnte bis gestern keine weiteren Angaben zur Täterschaft machen. «Es gibt noch keine Hinweise. Die Ermittlungen laufen», so Aklin. Nicolas Beeler ist jedoch sicher, dass es sich um eine professionelle Truppe gehandelt hat. «Die haben genau gewusst, wann sie unbemerkt zuschlagen können und wie lange sie Zeit haben», ist er überzeugt. Ausserdem seien sie bei jedem der Fahrzeuge gleich vorgegangen. «Es war immer eine der hinteren Scheiben eingeschlagen. Die haben wohl mit Taschenlampen in die Autos geleuchtet und dann gezielt diejenigen aufgebrochen, die eine Tasche oder Ähnliches darin verstaut hatten», so Beeler.

Polizei rät zur Prävention

Direkte Konsequenzen für weitere Spiele wird der Vorfall vom Freitag nicht haben. So verweist man seitens des EV Zug darauf, dass man die Vorkommnisse zwar sehr bedaure. Dass der EVZ aber ausschliesslich und eingrenzend für die Sicherheit in der Bossard-Arena verantwortlich sei. Bei der Zuger Polizei wird der Vorfall «in die Lagebeurteilung einfliessen», wie Judith Aklin äussert. «Wir werden die Situation sicher im Auge behalten und beobachten», sagt die Mediensprecherin. Ob die Polizei während Spielen des EV Zug vermehrt ein Augenmerk auf den Herti-Parkplatz haben wird, kann und will Aklin nicht bekannt geben.

Die Polizei rät – im Sinne der Prävention –, Fahrzeuge abzuschliessen und keine Wertsachen im Auto zurückzulassen oder diese im Kofferraum, nicht einsehbar, zu verstauen. Dies gelte auch bei kurzen Abwesenheiten. Schleichen Personen scheinbar gelangweilt um Autos herum, soll dies der Polizei gemeldet werden. Diese Lehre hat auch Nicolas Beeler gezogen: «Ich werde sicher nichts Wertvolles mehr im Auto lassen.»