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ZUG: Hohe Ziele im Kantonsspital

Nach der Kündigung dreier Orthopäden wurde im letzten Jahr eine Klinik für Orthopädie und Traumatologie gegründet. Der Chefarzt Reto Twerenbold sagt, wie diese aktuell dasteht.
Chefarzt Reto Twerenbold (rechts) im Fachgespräch mit Kollege Raphael Vogel. (Bild: Stefan Kaiser)

Chefarzt Reto Twerenbold (rechts) im Fachgespräch mit Kollege Raphael Vogel. (Bild: Stefan Kaiser)

Seit April 2017 gibt es im Zuger Kantonsspital eine Klinik für Orthopädie und Traumatologie. Deren Gründung erfolgte nach der Kündigung dreier Orthopäden. «Der Zeitpunkt für die neue Klinik ist ideal», sagte Spitaldirektor Matthias Winistörfer damals zu unserer Zeitung. Reto Twerenbold ist der Chefarzt der neuen Klinik, die auf die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats spezialisiert ist. Er erklärt, welche Schwerpunkte er nach den ersten Monaten der Klinik setzt.

«Die Patienten erwarten zunehmend eine spezialisierte, fachspezifische Abklärung und Behandlung», sagt Twerenbold. Und darum sei es wichtig gewesen, dass dieser Bereich im Zuger Kantonsspital eigenständig organisiert worden sei. «Die heutigen Methoden der Orthopädie und Traumatologie verlangen eine zunehmende Spezialisierung. Dieser Entwicklung wurde von der Fachgesellschaft im aktuellen Weiterbildungsprogramm entsprechend Rechnung getragen», erklärt der 42-Jährige weiter: «Im Gegensatz zu früher, als noch Fremdjahre als Basisweiterbildung verlangt wurden, können heute sämtliche sechs Jahre der Weiterbildung ausschliesslich im Fachgebiet absolviert werden.» Dies sei wichtig, weil die Patienten Fachärzte wünschten, die über grosse Erfahrung verfügen würden, betont Twerenbold: «Die fachspezifische Weiterbildung beginnt heute mit dem Start der Assistenzarztzeit.»

Hohe Qualität und Spezialisierung

Hat die neue Klinik eine Sogwirkung? «Ich finde es wichtig, dass wir als zweitgrösstes Akutspital der Zentralschweiz eine eigenständige Klinik für Orthopädie und Traumatologie haben», antwortet Twerenbold: «Dies unter anderem auch aus Sicht der Weiterbildungsqualität.» Die Weiterbildung der Assistenzärzte sei ihm sehr wichtig, betont er und ergänzt: «Denn auch wir wollen eine hohe Qualität mit einer relativ frühen Spezialisierung anbieten, wie sie heute verlangt wird.»
Was beinhaltet die Orthopädie und Traumatologie überhaupt? «Einerseits sind wir als Akutspital mit eigenem Notfallzentrum zuständig für die notfallmässige Versorgung unfallbedingter Verletzungen des Bewegungsapparates, also zum Beispiel bei Knochenbrüchen.» Zum andern gehe es in den Sprechstunden um die immer häufiger werdenden Gelenkabnutzungen. Die Bevölkerung werde immer älter und die Lebenserwartung steige. «Als Folge davon führen Abnützungen zu Einschränkungen in der Bewegung und zu Schmerzen», erklärt Twerenbold: «Vor 30 bis 40 Jahren ging es noch darum, die Schmerzen zu minimieren und die Mobilität und Eigenständigkeit zu erhalten. Heute hingegen reden wir vor allem vom Erhalt einer hohen Lebensqualität.» Beispielsweise wolle ein 75-jähriger Patient heute nach der Operation weiter Golf spielen können. Die von Gelenkschmerzen betroffenen Menschen möchten wieder schmerzfrei mobil werden, um ihren Hobbys und sportlichen Aktivitäten weiterhin nachgehen zu können.

Künftige Spezialisten ausbilden

Nebst Reto Twerenbold und seinem stellvertretenden Chefarzt umfasst die Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Zuger Kantonspitals drei Kaderärzte, vier Oberärzte sowie zehn Assistenzärzte. Das wesentliche Ziel sei, die Assistenzärzte spezifischer weiterzubilden und länger zu binden, fasst Twerenbold sein Ziel zusammen: «Dies, damit sie nach Abschluss ihrer Weiterbildung an anderen Spitälern hoffentlich zu uns zurückkehren.»
Seit der Gründung der neuen Klinik im April letzten Jahres sei sehr viel Aufbauarbeit geleistet worden, erklärt Twerenbold. «Wir versuchen, um es in der Eishockeysprache zu beschreiben, das Academy- und das Fanion-Team unter einen Hut zu bringen und wollen nach dem Luzerner Kantonsspital die Nummer zwei im Bereich der Orthopädie und Traumatologie der Zentralschweiz werden.»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

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