ZUG: «Ich habe den Pachtvertrag gekündigt»

Zwei Anzeigen wegen Nachtruhestörung bringen den «Rütli»-Wirt zur Verzweif­lung. Aufgeben will er aber noch lange nicht.

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Anlässe mit Musik sind Stein des Anstosses: Restaurant Rütli in Zug. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Anlässe mit Musik sind Stein des Anstosses: Restaurant Rütli in Zug. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

«Es kann der Frömmste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt», schrieb Friedrich Schiller in seinem Werk «Wilhelm Tell». So ist auch das Restaurant Rütli in Zug Ort eines Streits unter Nachbarn. Der Grund: Zwei Hausbewohner haben den Wirt Ende November wegen Nachtruhestörung angezeigt.

«Ich habe meinen Pachtvertrag fürs Restaurant Rütli vorsorglicherweise auf Ende 2009 gekündigt», sagt Otto Zenger, der kürzlich sein 30-Jahr-Jubiläum als Wirt in Zug und sein 15-Jähriges im «Rütli» gefeiert hat. Doch das heisst nicht, dass er den Kampf um die beliebte Quartierbeiz aufgegeben hat.

Genug gehört hat Fernando Holzinger, einer der beiden Anzeigeerstatter: «So kann es nicht weitergehen», entrüstet sich der Facharzt. «Bei Anlässen mit Musik kann man nicht fernsehen, ohne die Lautstärke raufzuschrauben – geschweige denn schlafen.» Er habe bei Zenger schon mehrmals reklamiert und erklärt, dass er am nächsten Tag arbeiten müsse.

«Ich habe nichts gegen den normalen Restaurationsbetrieb», betont Holzinger. Aber mehr als zwölf Anlässe mit Musik bis teils um 1.30 Uhr seien unzumutbar. «Ich gehe davon aus, dass sich auch der Wirt des ?Rütlis? an das Lärmreglement halten muss.»

Charly Keiser

Mehr zum Thema lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.