ZUG: Ihr Zimmer ist ein Tonstudio

Zwei Schwestern veröffentlichen bereits ihr zweites Hörspiel. Sie beweisen, dass mit einfachen Mitteln Grosses möglich ist – weil die Idee stimmt.

Eveline Fenk
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Nidia (links) und Natalie Hürlimann machen Hörspiele – von der Idee bis zur Tonaufnahme. (Bild Stefan Kaiser)

Nidia (links) und Natalie Hürlimann machen Hörspiele – von der Idee bis zur Tonaufnahme. (Bild Stefan Kaiser)

Im Kinderzimmer von Nidia und Natalie Hürlimann steht ein hochwertiges Mikrofon, an einen Computer angeschlossen. An der Zimmerdecke sind zwei Schnüre gespannt. Und das ist schon alles – ein fertiges Tonstudio. Die Schwestern verraten, was es mit den Schnüren auf sich hat: «Wir legen Decken darüber, um beim Aufzeichnen des Hörspiels den Schall abzudämpfen.» Kaum zu glauben, dass ein Tonstudio so simpel eingerichtet werden kann, aber wenn man den Aufnahmen lauscht, erweckt die gute Qualität der Töne den Eindruck, dahinter stecke eine professionelle Ausrüstung.

Geschichten um Phänomene

Hörspiele sind die gemeinsame Leidenschaft von Nidia und Natalie. Mit Vergnügen hören sie die Krimis von den «Drei Fragezeichen» und andere Geschichten junger Detektivklubs. «Sehr gerne wollten wir selbst ein solches Hörspiel aufnehmen, kannten jedoch die Möglichkeiten nicht, wie man das macht», erzählen sie. Doch ihr Vater, Thomas Hürlimann, war begeistert von der Idee seiner Töchter und stand sofort bereitwillig mit seinen technischen Kenntnissen zur Verfügung. Und so nahm die Kreation ihrer Hörspiele vor etwas mehr als einem Jahr seinen Lauf.

Zunächst dachten sich die beiden Primarschülerinnen die Hauptfiguren ihrer Geschichte aus. «Dies sind Ben, Skye und Cat», Nidia deutet auf ihre Zeichnung, die die jungen Ermittler zeigt, und beschreibt die besonderen Eigenschaften von jedem einzelnen. Die drei Kinder bilden zusammen mit ihrem Hund Tamanend das Team B.O.X., was für «Büro für Unerklärliches» (Bureau Of The Unexplained) steht.

Die Stimme tiefer schrauben

Die Rollen der Hauptfiguren werden von den Schwestern gesprochen. Für die Stimme von Ben wird Nidias Stimme mit Hilfe des Programms «Garage Band» etwas tiefer gestellt. Die anderen Rollen werden von Freunden der Familie übernommen. In der zweiten Folge wirkt nun auch ihr siebenjähriger Bruder Anthony mit.

Im Entstehungsprozess ihrer Produktionen haben die Schülerinnen einiges gelernt. «Es ist ziemlich schwierig, so zu sprechen, dass es nicht Vorgelesen klingt», mussten sie erfahren. Sie kennen sich nun auch besser mit dem Computer und insbesondere «Garage Band» aus. «Das Vorlesen hat sich stark verbessert», fiel auch ihrem Vater auf. Er sei froh, dass seine Töchter mit Hilfe des Computers etwas Kreatives schaffen, und nicht nur darauf spielen.

«Von Kindern für Kinder», lautet das Motto der Hürlimann’schen Produktion. Die Hörspiele sind gratis auf ihrer Website verfügbar, denn «einen Profit daraus zu ziehen, ist nicht das Ziel», erklärt Hürlimann. Vielmehr beabsichtigen sie, anderen Kindern eine Freude zu bereiten.

Hinweis

Die Hörspiele «Schwerelos» und «Resonanz» gibt es gratis auf der Website www.hoerspiel-box.ch