ZUG: «Im globalen Dorf Zug wird gross gedacht»

Mit Kamera und Mikrofon zieht Manuel Stagars schweizweit durch die Vorstandsetagen von Firmen. Er will erfahren, wie die Digitalisierung im Finanzbereich unaufhaltsam voranschreitet – und stellt dem Kanton Zug ein gutes Zeugnis aus.

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Auf der Stadtverwaltung in Zug wird die Kryptowährung Bitcoin akzeptiert. (Bild: Stefan Kaiser)

Auf der Stadtverwaltung in Zug wird die Kryptowährung Bitcoin akzeptiert. (Bild: Stefan Kaiser)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller hat glänzende Augen, wenn er von den Erfahrungen der Stadt Zug mit der digitalen Währung Bitcoin berich tet. Die Emotionen entlockt, hat ihm Manuel Stagars (lesen Sie hier das ganze Interview). Der 42-jährige Zürcher, der zwischenzeitlich in London lebt, ist mehrere Monate lang durch seine alte Heimat Schweiz gereist und hat Personen befragt, die auf die eine oder andere Art eine entscheidende Rolle bei der Digitalisierung von Finanzdienstleistungen spielen. Darunter auch die Verantwortlichen bei den Schweizer Grossbanken und viele Chefs von Start-ups. Entstanden ist die Dokumentation «FinTech Made in Switzerland».

Mehrfach hielt sich Stagars für seine aktuellen Projekte im Kanton Zug auf. Denn für ihn, der schon bei Finanz-Start-ups auf der ganzen Welt mitgearbeitet hat, ist es ein idealer Standort zur Gründung neuer Firmen. Während in anderen Gegenden ein Start-up vor allem Stress bedeute, werde in Zug die Freude an der Innovation mit Lebensqualität verbunden. Sowieso habe die Schweiz einen grossen Standortvorteil, denn hier arbeiten die Start-ups «miteinander» statt «gegeneinander», sagt Stagars.

Filmemacher will aufzeigen, wie die Akteure reagieren

Mehrere Firmen aus dem Fintech Bereich haben sich in den letzten Jahren in Zug niedergelassen. Sie betreiben digitale Anlageberater oder eine digitale Plattform, um Investoren zu finden. «Im globalen Dorf Zug wird gross gedacht», sagt Manuel Stagars. Er hat sich auch schon in einem Buch mit dem Thema Fintech auseinandergesetzt.

Aktuell arbeitet Stagars gerade an einer weiteren Dokumentation mit dem Titel «The Blockchain and Us». Ziel des Projekts sei es aufzuzeigen, wie Akteure auf die Innovationen reagieren. Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die Stargas begeistert. Das System kommt beispielsweise bei der Währung Bitcoin zum Einsatz. Dadurch, dass das Kassenbuch auf viele Rechner verteilt ist, soll es manipulationssicher sein.

Zuger Stadtpräsident ist ein Pionier

Start-ups im Bereich Blockchain seien richtige Pioniere, sagt der Filmemacher. Er findet den Name Crypto Valley für den Kanton Zug, wo es einige davon gibt, deshalb durchaus angebracht. Als Pionier bezeichnet er auch den Zuger Stadtpräsidenten Dolfi Müller. Es ginge nicht darum, wie viele Leute heute wirklich schon mit Bitcoin bezahlen würden, sondern darum, an der Entwicklung aktiv mitzuwirken und für die Zukunft gewappnet zu sein.

Hinweis: Infos zum Projekt: www.blockchain-documentary.com