ZUG IMPACT SUMMIT: Kongress soll nachhaltiges Investieren fördern

Anfang kommender Woche findet in Zug der Impact Summit statt. Dieses Jahr treffen sich dort Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Bildung und Religion – und unterschreiben ein wichtiges internationales Dokument.
Matthias Michel, Regierungsrat Zug: «Gerade das Investieren in Bildung erscheint mir ein besonders wichtiger Nachhaltigkeitsfaktor zu sein.» (Bild: Stefan Kaiser)

Matthias Michel, Regierungsrat Zug: «Gerade das Investieren in Bildung erscheint mir ein besonders wichtiger Nachhaltigkeitsfaktor zu sein.» (Bild: Stefan Kaiser)

Die Teilnehmerliste ist lang und eindrücklich. Unternehmer und CEOs aus der ganzen Welt, hohe Funktionäre der UNO, Professoren und ein Kardinal finden sich darauf. Zusammenbringen wird die illustren Gäste der diesjährige Zug Impact Summit, der heute und morgen im Theater Casino Zug stattfindet. Die Referate ­stehen heuer unter dem Motto «Faith in Finance» – Glaube in der Finanzwelt.

Am Zug Impact Summit präsentieren über 50 Unternehmer, Investoren, Funktionäre und weitere Entscheidungsträger, wie sie mit dem Thema «nachhaltiges Investieren» umgehen. Das Treffen findet nach 2016 zum zweiten Mal statt. Dieses Jahr spannen die Organisatoren mit der Alliance of Religions and Conservation (ARC) zusammen. Das ist eine 1995 von Prinz Philip gegründete gemeinnützige, säkulare Stiftung, die die Weltreligionen dabei unterstützt, Nachhaltigkeitsprogramme zu entwickeln und umzusetzen, die in Übereinstimmung sind mit ihren Glaubensgrundsätzen und Bräuchen. Organisiert wird der Impact Summit von der Swiss Impact Investment Association (SIIA), einem Non-Profit-Verein mit Sitz in Zug.

Rechte Hand des Papstes spricht in Zug

Gemäss Klaus-Michael Christensen, Präsident und Co-Gründer von SIIA, werden Vertreter zahlreicher grösserer Glaubensgemeinschaften am Dienstagnachmittag die «Zug Guidelines» unterzeichnen – ein Dokument, welches Richtlinien definiert, die festlegen, wie Investitionen gemäss den innersten Wertvorstellungen des Glaubens getätigt werden können. «Das wird etwa 2,5 Milliarden Leute betreffen, die weltweit unter diese acht bis zehn Glaubensrichtungen fallen», so Christensen. Als Experte wird Kardinal Peter Turksen, der als rechte Hand des Papstes gilt, zu diesem Thema eine Rede halten. «Dabei wird es darum gehen, wie sich Geschäftstätigkeiten auf unsere Gesellschaft und Umwelt auswirken», verrät Christensen. Weitere Themen am diesjährigen Treffen werden die Gleichstellung der Geschlechter, Naturschutz, erneuerbare Energie und der nachhaltige Einsatz der Blockchain-Technologie sein.

Zusätzlich wird am Summit eine Gruppe bekannter Schweizer Stiftungen die Zuger Deklaration unterzeichnen. Darin bekennen sie sich öffentlich zur Methode des Impact Investing – sprich: Investitionen, die sowohl sozialen und ökologischen Nutzen als auch finanzielle Erträge generieren – und zu den Sustainable Development Goals, also den 17 von der UNO formulierten Zielen für nachhaltige Entwicklung.

Region als gute Plattform für Kongresse

Ebenfalls dabei sein wird – wie im letzten Jahr – Regierungsrat Matthias Michel. Denn der Kanton Zug unterstützt den Impact Summit ideell. Michel wird eines der Eröffnungsreferate halten mit dem Titel «Small Canton – Big Impact». Darin wird der Volkswirtschaftsdirektor aufzeigen, «dass die Bedeutung Zugs sich nicht an der geografischen Kleinheit bemisst und dass sich bei uns dank der Agilität eines kleinen, wirtschaftlich starken Kantons einiges bewegen lässt», wie er sagt. Insbesondere werde er auf bedeutende und für Zug wichtige Standortfaktoren wie Verkehrsinfrastrukturen und Bildungsinstitutionen hinweisen, jüngstes Beispiel sei die Informatik-Hochschule in Rotkreuz. «Denn gerade das Investieren in Bildung erscheint mir ein besonders wichtiger Nachhaltigkeitsfaktor zu sein, was die Basis für neue Entwicklungen ist, wie beispielsweise der jüngst entstandene, weltweit anerkannte Cluster für Blockchain-Technologie», so Michel.

Der Kanton vernetze die Organisatoren mit Partnern und unterstütze zusammen mit der Stadt Zug die Organisation in der Phase der Etablierung des Events. Dieser passe gut zu Zug als internationaler Standort mit einem starken Finanzsektor, so Michel. «Mit dem Ziel einer Balance zwischen Wachstum und Wahrung natürlicher Ressourcen hat der Regierungsrat den Gedanken der Nachhaltigkeit auch in seine Strategie aufgenommen.» So unterstütze man subsidiär private Bestrebungen wie diese, welche den Wirtschaftsraum Zug aufwerten würden.

Kanton auch in kommenden Jahren dabei

Er sei persönlich der Meinung, dass sich nachhaltige Entwicklung nicht einfach regulatorisch erzwingen lasse, sagt Michel. «Umso wichtiger ist die Erkenntnis der Wirtschaft, dass ohne Berücksichtigung sozialer und ökologischer Faktoren eine langfristig gesunde Entwicklung nicht möglich ist.»

Am Anlass werden rund 250 Besucher erwartet.

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Informationen finden Sie unter: www.siia.ch/impact- summit-2017

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