ZUG: In Traumwelten versunken

Zum 31. Mal verwandelte sich am Sonntag die Altstadt in eine geheimnisvolle Zauberstadt. Tausende waren wieder am Märlisunntig unterwegs.

Carina Blaser
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Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ
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Jolanda Steiner erzählte im Casino. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
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Clownin Huga P. Habersack. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
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Mit tauben Fingern, kalten Füssen und Nieselregen im Gesicht konnten am zweiten Advent Gross und Klein abtauchen in eine ganz andere Welt: in die Welt der Märchen mit Zauberern, Feen, Hexen, Musikanten und Gauklern. Die kleinen Gäste ritten auf Ponys, Eseln oder gar Kamelen. «Es war schon etwas ‹gwaggelig› und hat ziemlich geschaukelt. Aber vor allem war es sehr kuschelig und hoch», meinte der sechsjährige André begeistert. Kein Wunder, der Ritt auf einem grossen Kamel ist nicht alltäglich. Für etwas weniger Wagemutige luden nostalgische Karussellrösser zu ein paar Runden ein, oder es lockte eine Fahrt wie zur Gründungszeit mit einer Kutsche. An jeder Ecke gab es an dem nasskalten Sonntag etwas zu sehen. Märchenerzählerinnen, Puppenspieler und Musiker in zauberhaft dekorierten Märlistuben erzählten fantasievolle, traumhafte Geschichten. Dazwischen tummelten sich Stelzenläufer, Fakire und Jongleure und begeisterten mit ihren Kunststücken das Publikum.

Bauchtheater und Welt der Sagen

In der Outdoor-Märlistube sassen Kinder und Erwachsene trotz des Wetters fasziniert auf den Bänken. Aufgeführt wurde das Stück «Von dem Fischer und seiner Frau» – ein Bauchtheater, welches für 20 Minuten in andere Welten entführte. «Was ich am schönsten finde, ist, die Freude der Kinder, aber auch der Erwachsenen zu sehen», meinte die Märlierzählerin Veronika Medici im Anschluss. Zum Urgestein gehörend, führte sie ihr Märchen nonstop auf. Nur einmal konnte sie kurz ihre kalten Hände etwas aufwärmen. «Manche Kinder wollen es sogar ein zweites Mal hören», sagte sie und lachte.

Auch am Seeufer wurde für reichlich Spannung gesorgt. Schob man das gespannte Tuch am Eingang des Tipis auf die Seite, tauchte man ab in die Welt der Sagen. Gebannt sassen die Kinder mit glänzenden Augen um das kleine Lagerfeuer. Es roch nach Rauch, und die Stimme des Häuptlings erzählte die unheimliche Sage des Seemuggelis, des bösen Seegeistes, der alle plagt und nun auch noch die gebackenen Lebkuchen gestohlen hat. «Ihr müsst nun alle ganz, ganz laut schreien, um so den Seemuggeli zu vertreiben», forderte Häuptling Casaulta. Und so versuchten die Kinder im Zelt, gemeinsam dem bösen Geist mit ohrenbetäubendem Lärm einen gehörigen Schrecken einzujagen. Danach konnten alle mithelfen, das Holz über die gefährliche Seilbrücke zu transportieren, um so die Öfen einzuheizen. Denn damit es auch in diesem Jahr schöne Weihnachten gibt, wurden Lebkuchen gebacken. Am Ufer des Zugersees brach langsam die Dunkelheit herein und verstärkte die mystische, märlihafte Stimmung. Eltern wärmten sich in der Zwischenzeit bei einem warmen Getränk. Manuel Frigo, Präsident der Pfadi Zug, war sehr zufrieden. «Das ganze Abenteuer, das die Pfadi heute bietet, kommt sehr gut an bei den Kindern. Sie können etwas aktiv tun», meinte er stolz. «Der Märlisunntig ist eine der einzigen Gelegenheiten im Kanton, Glühwein und Vorweihnachtsstimmung zu geniessen.»

«Zurück ins Zauberland»

Ob ein «Gschichte-Wage» mit zauberhaftem Ambiente in einem Zirkuswagen, das Bastelschiff MS «Titan» oder eine Märlistube für Erwachsene, die Besucher konnten sich durch die Zuger Gassen treiben lassen und sagenumwobenen Stimmungen beiwohnen. Zum krönenden Abschluss marschierten die Chläuse mit Trychlern, Geisslechlöpfern und Tambouren zum Landsgemeindeplatz. Dort sorgten König Royaldun und der gestiefelte Kater Don Morongo de la Rocha für eine spektakuläre Überraschung und mit dem Feuerwerk für glückliche Gesichter. Mit ein paar letzten Worten holte König Royaldun die Kinder zurück in die Realität: «Alle Feen, Zauberer und Hexen gehen nun zurück ins Zauberland und werden uns im nächsten Jahr wieder empfangen.»

Carina Blaser

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