ZUG: «In Zug hat es nicht funktioniert»

Es weihnachtet bereits. In der Adventszeit fehlen die ebenso schmucken wie charmanten «Christkindlimärkte» nirgends. Ausser in Zug.

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Für diesen Engel ist die Hauptsaison angebrochen. (Archivbild Christof Borner-Keller)

Für diesen Engel ist die Hauptsaison angebrochen. (Archivbild Christof Borner-Keller)

Es leuchtet und glänzt wieder in der Stadt. Die Dekorationen sind montiert, die Vorbereitungen für das Fest von Christi Geburt rollen langsam an. Bald brennt die erste Kerze des Adventskranzes. Das i-Tüpfchen oder, um es weihnächtlich auszudrücken, der Stern auf dem Christbaum bilden zu dieser besinnlichen Zeit die Weihnachtsmärkte. Der Duft von Glühwein und Zimtsternen verbreitet sich in Zug, vor allem in der Stadt, aber geringer als anderswo.

In den meisten Zuger Gemeinden finden Märkte statt, sie sind aber eher schlank gehalten und fast ausschliesslich von eintägiger Dauer. «Zug ist eben klein und fein», sagt Angi Stadelmann, Leiterin Front Office von Zug Tourismus. «Es muss nicht immer gross sein, es gibt auch Leute, die es schätzen, dass es hier etwas kleiner ist.»

Klein und fein

Immerhin rund 50 Stände sind auf dem Dorfplatz in Neuheim aufgestellt worden – und werden bereits wieder abgebaut. Der Neuheimer Wiehnachtsmärt und der Waldfondueplausch machten am Sonntag den Auftakt der Märkte im Kanton. Am kommenden Wochenende geht es nahtlos weiter: Am Freitag mit dem Weihnachtsmärt und dem Samichlauseinzug in Steinhausen und dem Hünenberger Weihnachtsmarkt. Tags darauf finden der Christchindli-Märt in Baar sowie Weihnachtsmärkte in Menzingen und Rotkreuz statt. Am Samichlaustag, dem 6. Dezember, ist in Oberwil und Oberägeri Markttag, am Montag, dem 8. Dezember, geht der Chomer Weihnachtsmarkt über die Bühne. Der kleine Weihnachtsmarkt auf dem Hotzenhof in Baar, der einzige, der sich über zwei Tage erstreckt, findet am 13. und am 14. Dezember statt.

Fehlt der Stadt ein richtiger Markt?

Selbstverständlich gibt es auch in der Stadt Zug in der Adventszeit einen Markt, deren zwei sogar: Der Handwerkermarkt am 8. Dezember kann aber nicht wirklich gezählt werden, da er allmonatlich stattfindet. Auch der Klausmarkt am 30. November fällt nicht unbedingt in die Kategorie Weihnachtsmarkt. «Es ist eher ein üblicher Markt, gespickt mit Ständen, die Weihnächtliches anbieten», führt Roger Brun, Betreuer des Marktwesens der Stadt Zug, aus.

Einen richtigen Weihnachtsmarkt gibt es also nicht – doch es gab mal einen: Von 2002 bis 2005 wurde probiert, einen Weihnachtsmarkt auf dem Landsgemeindeplatz zu etablieren. Der Versuch scheiterte aber: «Wegen zu geringer Nachfrage hat es nicht funktioniert», sagt Brun. Für vorweihnächtliche Stimmung sorgt in Zug ein anderer Event: der Märlisunntig, der seit 1984 jeweils am zweiten Adventssonntag, heuer also am 7. Dezember, durchgeführt wird, u. a. ziehen dann verkleidete Kinder durch die Stadt und verteilen Guetzli. «Es ersetzt den fehlenden Weihnachtsmarkt ein Stück weit», findet auch Nicolett Theiler, Geschäftsführerin des Vereins.

Dennoch werden, sobald die Lichterketten und die Schaufenstersterne angeknipst sind, Jahr für Jahr Stimmen laut, dass es in Zug einen Weihnachtsmarkt brauche. «Es kann sein, dass es wieder mal etwas gibt», so Roger Brun. Allerdings sei es schwierig, mit den grossen Märkten in der Umgebung mitzuhalten.

Ein Blick über die Kantonsgrenze

Die etablierten Märkte sind denn gar nicht weit von der Kantonsgrenze: etwa der von 4. bis 7. Dezember stattfindende Weihnachtsmarkt in Bremgarten, der mit seinen 320 Marktständen jährlich über 100 000 Besucher anlockt. Oder der Einsiedler Weihnachtsmarkt vor der Kulisse des Klosters von 29. November bis 8. Dezember. Beliebt sind auch die Luzerner Märkte, von denen es gleich deren drei gibt: am Hirschenplatz, am Franziskanerplatz und der Christkindlimarkt im Bahnhof, der bereits vorbei ist.

Hinweis: Übersicht mit den Weihnachtsmärkten »