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ZUG: In Zug nimmt die versteckte Prostitution zu

Nicht nur der Zuger Wirtschaftsmotor brummt – im Kanton gedeiht auch das Sexgewerbe immer besser. Obwohl dessen Geschäfte sehr diskret abgewickelt werden.
In Zug gibt es keine Grossbordelle. Das Sex-Business läuft dafür in privaten Wohnungen. (Symbolbild Keystone/Jeroen Jumelet)

In Zug gibt es keine Grossbordelle. Das Sex-Business läuft dafür in privaten Wohnungen. (Symbolbild Keystone/Jeroen Jumelet)

«Letztes Jahr ist es in Zug wirklich sehr gut gelaufen», sagt die kleine Brasilianerin und lächelt freundlich. Nennen wir sie Adriana, weil sie ihren richtigen Namen nicht preisgeben möchte: aus Angst, lukrative Kunden zu verlieren. Seit einigen Jahren lebt die Frau aus São Paulo schon in der Schweiz. Sie war verheiratet mit einem Schweizer, liess sich scheiden und hat dann bei der Migros an der Kasse gearbeitet. «Da ich aber irgendwann wieder in meine Heimat zurück und dort ein Haus bauen will, habe ich angefangen, als Sexarbeiterin Geld zu verdienen. Im Schnitt habe ich zwei bis vier Kunden pro Tag.»

Sex in privaten Wohnungen

Prostitution ist in Zug nicht verboten. Gleichwohl wird offiziell nur hinter vorgehaltener Hand darüber geredet. Am besten gar nicht. Diskret soll das Ganze bleiben. Und obwohl es im Kanton weder Bordelle noch einen Strassenstrich wie in Luzern oder Zürich gibt, floriert das Gewerbe hinter verschlossenen Türen – in Hotels mit direktem Lift von der Tiefgarage auf die gewünschte Zimmeretage zum Beispiel. Oder – und das immer öfter – in privaten Wohnungen.

Schon vor zwei Jahren ist bekannt geworden, dass in Steinhausen im Wohnquartier Ungarinnen ihre Liebesdienste anbieten. Und seitdem Anfang Jahr die Zuger Polizei bei einer Kontrolle von Arbeitsbewilligungen nicht ordentlich angemeldete Sexarbeiterinnen erwischte, weiss man, dass es auch an der Baarerstrasse in Zug drei «Erotik-Etablissements» gibt.

Dies sind nicht die einzigen Orte der käuflichen Liebe im Kanton. Wer im Internet unter den einschlägigen Portalen nach Sexkontakten in Zug sucht, wird schnell fündig. Dabei fällt auf, dass deutlich mehr Angebote mit «Neu in Zug» auftauchen.

«Es ist viel los im Business»

Auch Adriana profitiert bei ihren Liebesdiensten vom finanzstarken Zug – wo sich immer mehr Frauen die Freier streitig machen. Rumäninnen, Polinnen und blonde Frauen seien derzeit sehr gefragt. Adriana versichert: «Nicht nur in der Stadt Zug, auch in Cham und Baar ist viel los im Sex-Business.»

Von offizieller Seite gibt man sich zurückhaltender. Über die Jahre habe sich «schätzungsweise» die Anzahl ausländischer Sexarbeiterinnen nicht markant vergrössert, sagt Bernhard Neidhart, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit. «Es gilt auch zu berücksichtigen, dass im gleichen Zeitraum die Bevölkerung und die Anzahl Arbeitsplätze im Kanton Zug gewachsen sind.» Im Amt für Wirtschaft und Arbeit werden die Meldeverfahren für die kurzfristige Erwerbstätigkeit von selbstständig arbeitenden Personen aus dem Ausland abgewickelt. Für Tätigkeiten bis maximal 90 Tage via Meldeverfahren um Bewilligung nachgefragt werden. «Da es sich um eine Selbstdeklaration handelt, auch was die Tätigkeit betrifft, lässt sich nicht abschliessend beurteilen, wie viele Personen im Bereich Prostitution nach Zug kommen.»

Der Zuger Polizei ist bekannt, dass verschiedene Erotik-Etablissements betrieben werden. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit und dem Amt für Migration führt sie regelmässige Kontrollen durch. Dabei gebe es nicht mehr Beanstandungen wegen Fehlleistungen als in anderen Branchen, so Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden. Aber: Wie viele Erotik-Etablissements gibt es denn nun in Zug? Darauf gibt es keine konkrete Antwort.

Polinnen in Baarer Wohngebiet

Derweil spriessen in Zug weitere Erotik-Etablissements aus dem Boden. Im Baarer Wohngebiet Bachweid haben sich «hübsche polnische Girls, alle unter 30 Jahre, mit Leidenschaft und Spass für die Arbeit» eingemietet. Sogar die Räume mit den Betten kann man anschauen im Internet. Und zu trinken gibts auch was. Fast wie in einem Bordell.

Wolfgang Holz

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