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ZUG: Initiative «Für bezahlbaren Wohnraum» wird hitzig diskutiert

Gegner und Befürworter der kantonalen Initiative «Für bezahlbaren Wohnraum» legen ihre Argumente an einem Podium dar. Die Meinung im Publikum scheint dabei gemacht.
Martin Mühlebach
Gian Brun (links), Karen Umbach, Andreas Lustenberger (Zweiter von rechts) und Nicole Schmid standen im Siehbachsaal auf dem Podium. In der Mitte Podiumsleiter Falco Meyer. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. April 2017))

Gian Brun (links), Karen Umbach, Andreas Lustenberger (Zweiter von rechts) und Nicole Schmid standen im Siehbachsaal auf dem Podium. In der Mitte Podiumsleiter Falco Meyer. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. April 2017))

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Rund 40 Personen haben sich am Mittwochabend im Siehbachsaal in Zug die Argumente der Befürworter und Gegner der kantonalen Volksinitiative «Für bezahlbaren Wohnraum» angehört. Diese kommt am 21. Mai zur Abstimmung. Organisiert wurde das Podium von der Jungen Alternativen, die zusammen mit der Juso Zug auch die Initiative lanciert hatte.

Die Initiative verlangt, dass innerhalb von 20 Jahren 20 Prozent des Wohnraums im Kanton Zug die Grundlagen des preisgünstigen Wohnungsbaus erfüllt. Moderator Falco Meyer, Redaktionsleiter Zug Kultur, eröffnete die Podiumsdiskussion mit der Frage: «Braucht es in Zug überhaupt preisgünstigen Wohnraum?» Andreas Lustenberger (Kantonsrat Alternative-die Grünen, Zug) antwortete mit einem klaren Ja. Er betont: «Junge Familien müssen den Kanton Zug verlassen, da es für sie zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt. Das führt zu einer ‹Entzugerung›. Wollen wir, dass Zug zu einem Paradies für Alte und Reiche und internationale Holdinggesellschaften wird?» fragte er. Nicole Schmid (Juso, Zug) wünscht sich eine von allen Volksschichten durchmischte «homogene Gesellschaft».

«Bei einer Annahme würden sich Ghettos bilden»

Gian Brun (Jungfreisinnige, Zug) spricht sich gegen die Volksinitiative aus. «Der Markt würde bei einer Annahme zu stark eingeschränkt. Wenn der Wohnungsbau keine Renditen mehr abwerfen darf, wird kaum mehr investiert», betont er. Ausserdem sei die 20-Prozent-Forderung zu hoch. «Wenn so viele preisgünstige Wohnungen zur Verfügung stehen, würden auch Mieter profitieren, die es gar nicht nötig haben.» Karen Umbach (Kantonsrätin FDP, Zug) ist der Meinung, dass bei einem Ja zur Initiative mehr Wohnbauflächen freigegeben werden müssten. Zudem befürchtet sie: «Bei einer Annahme der Initiative würden sich im Kanton Ghettos bilden.»

Diese Aussage löste sogleich eine Reaktion aus. So äusserte eine Zuhörerin aus dem Publikum: «Ich wohne in einem Quartier mit bezahlbarem Wohnraum, aber ich fühle mich deswegen keineswegs in einem Ghetto.» Die Gegenargumente von Brun und Umbach fanden im Publikum denn auch weniger Zustimmung als jene der Befürworter Lustenberger und Schmid. So erzählte etwa ein im Publikum sitzender Mann: «An einer Klassenzusammenkunft von 30-Jährigen wurde festgestellt, dass fast alle ausserhalb des Kantons wohnen, weil sie in ihrem Heimatkanton keine bezahlbare Wohnung gefunden haben.»

Konradin Franzini (Co-Präsident Junge Alternative) sagte vor der Podiumsdiskussion: «Laut dem Bundesamt für Statistik ist der Kanton Zug Spitzenreiter bezüglich hoher Wohn- und Mietpreise. Wir haben deshalb vor drei Jahren beschlossen, das Übel an der Wurzel zu packen.» Da die Problematik im Kanton wohl viele Leute betreffe, glaube er, dass die Volksinitiative durchaus zu gewinnen sei.

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