Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Initiative eingereicht: Wird in Zug bald länger eingekauft?

Werktags bis 20 Uhr, samstags bis 18 Uhr: Im Kanton Zug sollen die Läden eine Stunde länger offen haben dürfen. Dies fordert eine Initiative der bürgerlichen Jungparteien, die am Montag eingereicht worden ist.
Laura Sibold
Vertreter der Jungparteien übergeben der Staatskanzlei die Unterschriftensammlung für längere Ladenöffnungszeiten im Kanton Zug. Im Bild: Herbert Fischer (Staatskanzlei), Chris Greter, Gian Brun und Mariano Giddey. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 30. September 2019)

Vertreter der Jungparteien übergeben der Staatskanzlei die Unterschriftensammlung für längere Ladenöffnungszeiten im Kanton Zug. Im Bild: Herbert Fischer (Staatskanzlei), Chris Greter, Gian Brun und Mariano Giddey. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 30. September 2019)

Just 20 Tage vor den Eidgenössischen Wahlen machen die bürgerlichen Jungparteien des Kantons Zug auf sich aufmerksam: Am Montagabend reichte das Komitee «Länger einkaufen», bestehend aus Vertretern der Zuger Jungfreisinnigen, der Jungen Grünliberalen und der Jungen SVP die Initiative «+1» ein. Vor dem Regierungsgebäude überreichten sie insgesamt 2027 Unterschriften an die Staatskanzlei. Für das Zustandekommen einer kantonalen Gesetzesinitiative sind 2000 Unterschriften nötig. Die Forderung der Jungparteien: Künftig sollen die Läden im Kanton Zug eine Stunde länger geöffnet sein dürfen – werktags von 6 bis 20 Uhr und samstags bis 18 Uhr.

«Innerhalb dieser Zeit können Ladenbesitzer ihre Öffnungszeiten flexibel gestalten und sich so auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ausrichten», hielt Gian Brun, Präsident der Zuger Jungfreisinnigen und Nationalratskandidat, an der anschliessenden Medienorientierung fest.

«Der Kanton Zug ist eine Insel»

Das Einkaufsverhalten der Kunden habe sich verändert, auch viele Zuger wollten vermehrt nach 19 Uhr einkaufen, betonte Brun. Abends gebe es in Tankstellen- und Bahnhofsläden Warteschlangen, zudem sinke der Umsatz der traditionellen Läden, während jener der Convenience-Stores steige. «Die Gesellschaft hat sich verändert. Das Bedürfnis nach längeren Öffnungszeiten ist durch neue Familienstrukturen und veränderte Arbeitszeiten gegeben.»

Im Kanton Zug ist die Forderung nach längeren Ladenöffnungszeiten eine altbekannte. Nachdem die Zuger Stimmbevölkerung im Jahr 2002 einer kompletten Liberalisierung der Öffnungszeiten allerdings mit 54,5 Prozent Nein-Stimmen den Riegel schob, begannen die Jungparteien erstmals vor vier Jahren mit ihrer Unterschriftensammlung. Nun liege ein «waschechter Kompromiss» auf dem Tisch.

Mit der Initiative «+1» solle das «veraltete Ladenöffnungsgesetz» aus dem Jahr 2003 endlich angepasst werden, sagte Chris Greter, Vizepräsident der Jungfreisinnigen Kanton Zug. Es handle sich lediglich um eine moderate Lockerung, die den Ladenbesitzern viel Freiraum bei der Gestaltung ihrer Öffnungszeiten lasse. «Zudem erledigen heute viele Zuger ihre Einkäufe ausserhalb des Kantons, da es dort attraktivere Ladenöffnungszeiten gibt. Zug ist eine Insel.» Abgesehen von Luzern haben die umliegenden Kantone keine fixen Ladenöffnungszeiten mehr. «Mit etwas längeren Öffnungszeiten in Zug wird vermehrt wieder hier eingekauft, was Autofahrten in andere Kantone erübrigt und so auch gut für das Klima ist», so Greters Fazit.

Tabea Estermann, Co-Präsidentin der Jungen Grünliberalen Zug, führte daraufhin den Arbeitnehmerschutz ins Feld. Längere Öffnungszeiten würden zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und für mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung sorgen. «Das ist besonders für Studenten und Teilzeit-Arbeiter mit Familie interessant.»

Zuspruch erhält das Anliegen vom Gewerbe. Sowohl der Gewerbeverband des Kantons Zug als auch der Gewerbeverein der Stadt Zug gaben gegenüber dieser Zeitung bereits im Februar bekannt, die Initiative «+1» zu unterstützen. Der Wunsch, eine Stunde länger einkaufen zu können, sei vorhanden, sagte Verbandspräsident Roland Staerkle.

Revision auch in Luzern

Der Kanton Luzern hat heute die restriktivsten Ladenöffnungszeiten der Schweiz. Sie sind deswegen seit Jahren umstritten. Alle Bemühungen einer Liberalisierung scheiterten aber 2006, 2012 und 2013 an der Urne. Vor wenigen Wochen aber unterbreitete die Regierung dem Parlament eine Revision des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes.

Demnach dürfen die Läden von Montag bis Freitag neu bis 19 Uhr und somit eine halbe Stunde länger offen haben als bisher. Am Samstag wird das Einkaufen um eine Stunde bis um 17 Uhr erlaubt. Kompensiert werden diese längeren Ladenöffnungszeiten mit einer Einschränkung des Abendverkaufs. Die Gemeinden können den Geschäften weiterhin erlauben, bis 21 Uhr Kundschaft zu empfangen, aber nur noch ein Mal und nicht mehr zwei Mal pro Woche. Nicht gerüttelt wird an der Vorgabe, dass die Läden am Tag vor einem Feiertag bereits um 17 Uhr dicht machen müssen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.