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ZUG: Inländervorrang bei der Zulassung von Ärzten

Eine Zulassung zur selbstständigen Ausübung des Arztberufs soll nur erhalten, wer drei Jahre an einer schweizerischen Weiterbildungsstätte gearbeitet hat. Damit sollen nicht nur Kosten gedämpft werden.
Die Zahl der Haus- und Kinderärzte wird im Kanton Zug abnehmen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Die Zahl der Haus- und Kinderärzte wird im Kanton Zug abnehmen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Der Kanton Zug erhöht die Anforderungen an die Neuzulassung von Ärztinnen und Ärzten, die ihre Leistungen über die obligatorische Krankenversicherung abrechnen wollen. Von der Erhöhung der Anforderungen betroffen sind Mediziner, «die nicht während mindestens drei Jahren an einer schweizerischen Weiterbildungsstätte tätig waren», teilt die kantonale Gesundheitsdirektion mit. Die Zulassungsbeschränkung gilt vorerst bis zum 30. Juni 2019. «Gemäss Bundesrecht müssen die Ärzte für die selbstständige Tätigkeit über

einen Weiterbildungstitel verfügen. Dieser kann an akkreditierten Weiterbildungsstätten erworben werden. Mit Schweizer Weiterbildungsstätten sind vor allem Spitäler und Kliniken gemeint, die von der FMH als Aus- und Weiterbildungsstätten anerkannt sind», sagt der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister. Zwingend ist nun der Nachweis einer mindestens dreijährigen Tätigkeit an einer solchen Weiterbildungsstätte.

Die Gesundheitsdirektion stellt fest, dass die Kosten für Behandlungen durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie im ambulanten Spitalbereich massiv ansteigen. «Es geht etwa um die Eröffnung neuer Spezialarztpraxen, welche zusätzliche kostspielige Leistungen anbieten», heisst es in der Mitteilung weiter. «Wir stellen fest, dass in gewissen Bereichen eine Überversorgung besteht», führt Martin Pfister aus. «Es geht im Grundsatz um die Dämpfung der sich abzeichnenden Mengenausweitung. Deshalb handeln wir nun. Wir wollen verhindern, dass Ärzte aus dem Ausland, die keinerlei Erfahrung mit dem Schweizer Gesundheitssystem vorweisen können, in Zug
tätig werden. Davon sind natürlich vorab neue Anbieter auf dem Platz Zug betroffen.»

Oft mangelnde Kenntnisse des Systems

Offenbar stellen nämlich laut Mitteilung «vermehrt Ärztinnen aus dem europäischen Ausland Anträge um Zulassung zur Abrechnung zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung». Diese Mediziner seien oft mit dem schweizerischen Gesundheitssystem nicht vertraut und stünden hin und wieder vor sprachlichen Herausforderungen. «Indem ihre Zulassung von einer dreijährigen Tätigkeit an einer schweizerischen Weiterbildungsstätte abhängig gemacht wird, bleibt die hohe Qualität der ärztlichen Versorgung erhalten», lässt sich Pfister in der Mitteilung zitieren.

Es gibt allerdings auch weiterhin eine Möglichkeit, bei der Mediziner mit ausländischer Ausbildung zugelassen werden können. Droht in einem bestimmten Bereich eine Unterversorgung, wäre es der Gesundheitsdirektion möglich, Auflagen zu machen.

Zu denken ist da etwa an die Vorgabe, in einer von Unterversorgung betroffenen Gemeinde oder Region tätig zu werden. «Damit könnte einer allfälligen Unterversorgung in bestimmten Gebieten wirksam begegnet werden», führt der Zuger Gesundheitsdirektor Pfister aus.

In gewissen Fachgebieten überversorgt

Mit der Zulassungsbeschränkung soll also gemäss Mitteilung das Kostenwachstum im Gesundheitswesen gedämpft und die Qualität gesichert werden. Nicht betroffen von der Zulassungsbeschränkung sind Mediziner, die bereits heute zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung tätig sind. In Fachgebieten, in denen die Versorgungsdichte höher ist als in der übrigen Zentralschweiz, werden bis 30. Juni 2019 keine neuen Zulassungen zur Abrechnung zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung erteilt. «Die Grundversorgung im Kanton Zug ist gut», erklärt Martin Pfister. «Fachgebiete, in denen aktuell Überversorgung besteht, sind Dermatologie, Urologie, Gastroenterologie und Chirurgie.» Nach dem 30. Juni 2019 «ist eine Neubeurteilung vorzunehmen. Der Bund hat in Aussicht gestellt, eine Nachfolgeregelung des Zulassungsstopps auszuarbeiten», sagt Pfister zur zeitlichen Befristung der Zulassungsbeschränkung. (haz)

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