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Tourismusdirektor: «Zug ist als Destination eine Perle»

Seit gut zwei Monaten ist Nicolas Ludin Geschäftsführer von Zug Tourismus. Er ist überzeugt, dass die Region in Zukunft noch mehr Gäste anlocken wird als heute. Nur auf Massentourismus setzen will der gebürtige Luzerner dabei allerdings nicht.
Livio Brandenberg
Der neue Zuger Tourismusdirektor Nicolas Ludin, fotografiert oberhalb der Stadt Zug. Bild: Werner Schelbert (15. Juni 2018)

Der neue Zuger Tourismusdirektor Nicolas Ludin, fotografiert oberhalb der Stadt Zug. Bild: Werner Schelbert (15. Juni 2018)

In Zug dürfte es wenige Personen geben, deren Arbeitsplatz zentraler gelegen ist als jener von Nicolas Ludin. Sein Büro liegt direkt am Gleis 3 des Bahnhofs. Seit gut zweieinhalb Monaten ist Ludin Geschäftsführer von Zug Tourismus. Er folgte auf Seraina Koller, die die kantonale Tourismusorganisation in den letzten drei Jahren geleitet hat. Höchste Zeit also, den 35-Jährigen zu treffen.

Im Anzug ohne Krawatte und mit einem Lachen begrüsst Ludin seinen Besucher. Der gebürtige Stadtluzerner ist es gewohnt, Leute zu treffen und mit ihnen unkompliziert ins Gespräch zu kommen: Vor seinem Wechsel nach Zug arbeitete Ludin mehrere Jahre in verschiedenen Funktionen im Marketing- und Kommunikationsbereich, zuletzt leitete er die Marketing- und Verkaufsabteilung des Art Deco Hotels Montana in Luzern. Sein neuer Job bestehe zurzeit ebenfalls zu einem grossen Teil aus Netzwerken, sagt er: «So bin ich momentan an vielen Versammlungen in der Region Zug und darüber hinaus anzutreffen.» Um dann gleich zu ergänzen: «Wir brauchen ja gute Partner, um den Kanton und die Region verkaufen zu können.»

Er tausche sich mit Personen aus allen möglichen Branchen aus. «Das ist das Spannende an meinem Job, man hat mit vielen verschiedenen Anspruchsgruppen zu tun: Hotels, der lokalen Bevölkerung, Vereinen, Firmen, der Politik und so weiter.»

Ein Wechsel ohne Zögern

In Zug sei er von allen Seiten mit offenen Armen willkommen geheissen worden – auch von seinem neuen Team, sagt der Zuger Tourismusdirektor. Ludin eingeschlossen, arbeiten neun Personen – verteilt auf 650 Stellenprozente – beim Verein. «Wir sind gut aufgestellt, und es macht wirklich grossen Spass in diesem Umfeld zu arbeiten», sagt Ludin.

Beim Schritt vom Hotelmanagement in die Tourismusbranche habe er keinen Moment gezögert. «Ich habe die Stelle ausgeschrieben gesehen und mich gleich beworben», erinnert sich Ludin. In seiner Rolle als Marketingleiter des «Montana» sei er oft auf «Sales Trips» – also Geschäftsreisen, um neue Kunden zu gewinnen – mit Vertretern von Luzern Tourismus unterwegs gewesen. Dabei habe er ein Bild der Arbeit erhalten und realisiert, dass er sich eine solche Tätigkeit vorstellen könnte.

«Die Zahl der Chinesen, die in die Schweiz reisen, wird sich bis 2025 mehr als verdoppeln. Doch wir forcieren das nicht.»
Nicolas Ludin, Geschäftsleiter Zug Tourismus

Was macht er denn konkret bei Zug Tourismus? «Wir haben drei Hauptaufgaben: Information, Marketing und Anlassmanagement. Man kann beispielsweise als Unternehmen bei uns wegen eines Events anfragen und wir organisieren alles: von den Hotelbetten, über den Transport, dem Rahmenprogramm auf dem Zugerberg bis hin zum Zuger Kirsch auf dem Tisch.» Wichtig sei dabei, dass alle Produkte, die Zug Tourismus vermarkte, aus der Region seien.

Gerade beim Organisieren von Anlässen wolle man in Zukunft aber noch zulegen, sagt Ludin. Ein weiteres Ziel sei, Schweizer Familien vermehrt für Ferien oder Tagesausflüge in den Kanton zu begeistern. «Warum sollten Familien mit Kindern ins weite Ausland reisen, wenn wir hier so tolle Partner mit so vielfältigen Angeboten haben», fragt er rhetorisch. Weiter sei Zug Tourismus daran, Angebote für Internationals, also Expats, aufzugleisen. «Es gibt viele Leute aus der ganzen Welt, die in Zug wohnen. Und wir wollen ihnen die Möglichkeit bieten, die Region noch besser kennen zu lernen.»

Auch ausserhalb des Kantons sei Zug noch nicht so bekannt, wie andere Destinationen, etwa Luzern oder Zürich. Doch genau dies habe ihn gereizt: «Zug ist als Destination eine Perle», sagt Ludin. Bei der Vermarktung gelte es darum, innovativ zu sein – nicht zuletzt wegen der anstehenden Budgetkürzung bei Zug Tourismus von 20 Prozent im Rahmen des Sparprogramms Finanzen 19.

Zur Erholung mit dem Bike um den Zugersee

Beliebt ist die Schweiz und zunehmend auch Zug bekanntlich bei asiatischen Reisenden. Wie sieht der Zuger Tourismuschef diese Entwicklung, etwa von Gruppenreisen? «Die Statistiken sprechen für sich: Die Zahl der Chinesen, die in die Schweiz reisen, wird sich bis 2025 mehr als verdoppeln. Doch wir forcieren das nicht.» Sein Verein habe einen klaren gesetzlichen Auftrag, «nämlich, einen sanften Tourismus in Zug zu fördern».

Ludin kennt Asien gut, er hat selbst knapp ein Jahr in Vietnam in einem Hotel gearbeitet und die Region mehrmals bereist, wie er erzählt. Es sei ein Fakt, dass – vor allem in China – mit einer wachsenden Mittelschicht auch die Reiselust steige. Aus diesem Grund ist Ludin, der nach dem Abschluss der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern an der Fachhochschule Luzern Betriebswirtschaft studiert hat, überzeugt, dass man den asiatischen Markt auch als Chance sehen sollte.

Eine «riesige Chance, Zug auch national zu zeigen» nennt Ludin auch das nächstes Jahr in Zug stattfindende Eidgenössische Schwing- und Älplerfest. Er freue sich auf diese Herausforderung und sei beeindruckt von der professionellen Organisation. Und wenn sich der Zuger Tourismusdirektor selbst einmal von Herausforderungen erholen will? «Dann fahre ich mit dem Bike um den Zugersee, spiele mit meinen Freunden Fussball oder koche.»

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