ZUG: IT-Debakel wird unter die Lupe genommen

Eine spezielle Untersuchungskommission befasst sich mit dem Debakel um die neue Einwohnerkontrollen-Software. Dies hat der Kantonsrat am Donnerstag beschlossen. Das kantonale IT- Projekt erwies sich als Fass ohne Boden und wurde im Januar 2013 gestoppt.

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Die Softeware für die Einwohnerkontrolle hat 2,8 Millionen Franken verschlungen, funktioniert aber nicht wie gewünscht. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ))

Die Softeware für die Einwohnerkontrolle hat 2,8 Millionen Franken verschlungen, funktioniert aber nicht wie gewünscht. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ))

Wer in der Kommission Einsitz nimmt, wird erst zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt. Das Gremium hat allerdings nicht die selben Befugnisse wie eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK). Das Instrument der PUK sei nur für sehr gravierende Fälle vorgesehen, fand eine Mehrheit des Parlaments.

Die Kommission soll herausfinden, wer für den Misserfolg verantwortlich ist und wie ähnliche Fälle in Zukunft verhindert werden können. In der langen und hitzigen Debatte übten Parlamentarier von links bis rechts harsche Kritik am Regierungsrat. Dieser habe viel zu lange zugesehen. Statt früh genug die Reissleine zu ziehen, seien die Probleme schöngeredet worden.

Bis der Regierungsrat im Januar die Notbremse zog, hatte das Projekt bereits 2,8 Millionen Franken gekostet. Es war schon doppelt so lange in Entwicklung wie vorgesehen, bot aber erst einen kleinen Teil der gewünschten Funktionen.

Die Firma IBM, die mit dem Auftrag betraut war, und der Kanton Zug liefern sich seit Monaten einen Rechtsstreit um Verantwortlichkeiten und viel Geld. Die Einwohnerkontrollen in den Gemeinden arbeiten bis auf Weiteres auf den alten Systemen. Ob und wann sie ein neues einheitliches System erhalten, ist unklar.

sda