ZUG: Jetzt sind die Kommissionen am Zug

Der Kredit für die Umgestaltung des oberen Postplatzes wurde schon genehmigt. Nun hat der Stadtrat seinen Antrag für den unteren Teil vorgelegt. Insgesamt soll das Projekt über 3 Millionen Franken kosten. Es kündigt sich Widerstand an.

Christopher Gilb
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Der Postplatz erhält ein neues Gesicht. (Bild: Stefan Kaiser (20. 2. 2017))

Der Postplatz erhält ein neues Gesicht. (Bild: Stefan Kaiser (20. 2. 2017))

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Wer von Zeit zu Zeit einen Blick auf den Facebook-Account von SVP-Politiker und Mitglied des Grossen Gemeinderates der Stadt Zug (GGR) Philip C. Brunner wirft, konnte schon am Samstag erfahren, dass es in Sachen Postplatz vorwärtsgeht und es nicht einfach werden könnte: «Heute habe ich die Vorlage des Stadtrates zum ‹Unteren Postplatz: Sanierung und Umgestaltung: Baukredit› in der Höhe von sagenhaften 1,3 Millionen Franken plus 1,945 Millionen Franken (oberer Postplatz), also total von 3,245 Millionen Franken, per Post erhalten. Die SVP-Fraktion wird, so viel kann ich versprechen, die überteuerte Vorlage sehr kritisch begleiten», schrieb Brunner.

Der besagte Antrag des Stadtrates hat seine Ursprünge im Jahr 2008. Damals hatte das Zuger Stimmvolk den Bebauungsplan Postplatz und den Baukredit für die Umgestaltung des oberen Postplatzes in Höhe von 1,945 Millionen Franken genehmigt. Vorgesehen ist, dass der obere und der untere Postplatz zu einem «grossen, offenen Platzraum» zusammengeführt werden. Losgehen kann es, wenn das Parkhaus Post fertig gebaut ist und – darum geht es jetzt – der Baukredit für die Umgestaltung und Sanierung des unteren Postplatzes gesprochen wird.

Bushäuschen soll ersetzt werden

Der Kredit beträgt laut Vorlage des Stadtrates 1,3 Millionen Franken. Der teuerste Aufwandsposten ist «Tiefbauarbeiten und Beläge», dieser ist mit 486000 Franken kalkuliert. Im Antrag steht, dass der Bodenbelag des neuen Postplatzes in Asphalt gehalten sein soll «und somit die grossflächigen Fahrspuren mit einbindet». 162000 Franken sind dann für den Punkt Bushäuschen, Möblierung und Bepflanzung vorgesehen. Das bestehende Bushäuschen soll durch eine grössere «Standardbushaltestelle» ersetzt werden. Die bestehenden Platanen auf dem unteren Postplatz sollen erhalten bleiben, ebenso die Baumgruppe vor dem Plazagebäude, welche aber angemessen ergänzt werden sollen. Das Platzmobiliar soll auf den im Platzbelag eingelassenen Bändern platziert werden, welche gleichzeitig zur Ableitung des Oberwassers dienen sollen. Auf dem gesamten Postplatz sind Sitzbänke vorgesehen, die, falls es grössere Anlässe gibt, entfernt werden könnten. Für die Beleuchtung und die elektrische Infrastruktur sind 173000 Franken vorgesehen. Die Beleuchtung des Platzes soll dann gemäss dem Konzept des «Plan Lumières» unter anderem «die beiden repräsentativen Fassaden von Post- und Regierungsgebäude betonen». Da die Kosten aufgrund von Richtpreisen ermittelt werden, ist jedoch eine Abweichung von +/– 20 Prozent möglich. Zum Kiosk schreibt der Stadtrat, dass dieser aufgehoben wird und allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt ein Kiosk mit Café im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes ins Auge gefasst werden soll.

Verbleibende Parkplätze bekanntgegeben

Auch wo sich die sechs verbleibenden Parkplätze befinden sollen, teilt der Stadtrat mit. Mit dem Ja zum Bebauungsplan 2008 wurde auch beschlossen, dass 60 oberirdische Parkplätze im Umkreis von 300 Metern zum Postplatz aufgehoben werden sollen, weshalb auch der Bau des Parkhauses unter anderem erfolgt. Neben den drei Parkplätzen südlich der ehemaligen Hauptpost sollen zwei in der nördlichen Zeughausgasse und einer in der Falkengasse verbleiben. Brunner stösst sich bekanntlich an der generellen Aufhebung der oberirdischen Parkplätze (Ausgabe vom 27. Mai). Er fordert deshalb in seinem Facebook-Beitrag die Gewerbetreibenden auf, sich «gegen die gewerbefeindliche Politik des Stadtrates auf demokratischem Weg zu engagieren». In erster Linie sind jetzt aber die Kommissionen gefragt, auch die Geschäftsprüfungskommission, deren Vorsitzender Brunner ist. Der Antrag des Stadtrates sieht nebst der Bewilligung des Kredites auch die Zusammenlegung beider Kredite zu einem Gesamtkredit vor. Dies mache aus planerischer und administrativer Sicht mehr Sinn. Der grosse Gemeinderat wird das Thema dann vermutlich am 29. August behandeln.