Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Jetzt urteilt das Obergericht im Fall Romer

Am Donnerstag findet die Berufungsverhandlung zu den Verfehlungen statt, die dem ehemaligen Stadtrat vorgeworfen werden. Das Strafgericht hat diesen zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Nun ist wieder alles offen.
Hinter diesen Mauern wird vorerst nicht über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Hinter diesen Mauern wird vorerst nicht über den Doppelmord in Zug verhandelt: Das Gebäude des Zuger Obergerichts. (Archivbild Werner Schelbert / Neue ZZ)

Der ehemalige Zuger Stadtrat Ivo Romer wird sich am Donnerstag dem Zuger Obergericht stellen. Es handelt sich dabei um die Berufungsverhandlung in seinem Fall. Das Zuger Strafgericht verurteilte ihn im Februar dieses Jahres zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.

Vorgeworfen wurden dem ehemaligen Stadtrat mehrfache Veruntreuung, mehrfache un­getreue Geschäftsbesorgung, mehr­fache Urkundenfälschung, versuchter Betrug sowie gewerbsmässige Geldwäscherei. Gegen das erstinstanzliche Urteil haben sowohl der Anwalt Romers wie auch Dritte, die Ersatzforderungen geltend machen, Berufung erklärt. Allerdings ist der Ablauf vor Obergericht ein etwas anderer als der Prozess vor Strafgericht. Das Obergericht prüft das erstinstanzliche grundsätzlich nur in den angefochtenen Punkten. Es kann allerdings auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzeswidrige Entscheide zu Gunsten des Beschuldigten zu verhindern. Zudem ist das Obergericht nicht an das vom Strafgericht verhängte Strafmass gebunden. Für die Verhandlung am Obergericht sind zwei Tage anberaumt.

Dem ehemaligen Zuger FDP-Stadtrat wird vorgeworfen, er habe zwischen 2006 und 2012 bei einer mittlerweile verstorbenen Frau durch verschiedene ­Vermögensdelikte 3,8 Millionen Franken zweckwidrig abgezweigt. Auch an von ihm beherrschte Firmen sollen Gelder der betagten Frau geflossen sein. Da Ivo Romer bei angeordneten Befragungen wie auch im Verfahren vor Strafgericht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hat, ist er anhand von Indizien verurteilt worden. Fakt ist, dass das Vermögen der Frau in der Zeit, während der Ivo Romer ihr Vermögensverwalter gewesen ist, von über sechs Millionen Franken auf 15 000 Franken geschrumpft ist. Die Anklageschrift, die von der Staatsanwaltschaft in einer aufwendigen Untersuchung erstellt wurde, umfasst gut 300 Seiten. Im Prozess vor Strafgericht im Februar dieses Jahres forderte die Staatsanwaltschaft für Romer eine Strafe von sechs Jahren und zehn Monaten. Das Strafgericht sah die Schuld Romers zwar nicht in allen angeklagten Punkten als erwiesen an, weshalb es ihn zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren verurteilte. Dennoch: Bei der Urteilsverkündung sagte die Vorsitzende des Strafgerichts, dass Ivo Romers Schuld als erheblich einzustufen sei. Hinzu komme erschwerend, dass Romer sich in den Ermittlungen unkooperativ verhalten und weder Einsicht noch Reue gezeigt habe.

Mediale Vorverurteilung durch ein Wochenmagazin

Zu Gunsten Romers hat vor Strafgericht lediglich ein Aspekt gesprochen. Er sei durch einen Ende 2012 von einem Schweizer Wochenmagazin veröffentlichten Artikel medial vorverurteilt worden. Der Bericht, der den Fall ins Rollen brachte und schliesslich in Romers Rücktritt als Stadtrat am 4. Dezember 2012 mündete, habe Vorwürfe präsentiert, die nicht die Qualität von Fakten gehabt hätten. Für die Stadt Zug hat der Fall Ivo Romers eine politische Aufarbeitung notwendig gemacht. Eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) befasste sich sowohl mit dem Fall Romer als auch mit dem Verhalten des restlichen Stadtrats. Im Bericht der PUK, der im Dezember 2014 erschien, wird festgehalten, dass die festgestellten Fehlleistungen «insbesondere auf das unglückliche Zusammenwirken verschiedener Ursachen und Umstände und nicht auf absichtliches Wegsehen oder ungenügendes Engagement der beteiligten Personen» zurückzuführen seien. (haz)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.