ZUG: Jetzt wollen auch die Spezialärzte Geld vom Kanton

Der Gesundheitsdirektor will Hausärzte bei der Eröffnung von Praxen unterstützen – und weckt damit Begehrlichkeiten.

Christian Glaus
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Um dem Hausarztmangel entgegenzutreten, kann sich Urs Hürlimann eine Anschubfinanzierung durch den Kanton für Arztpraxen vorstellen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Um dem Hausarztmangel entgegenzutreten, kann sich Urs Hürlimann eine Anschubfinanzierung durch den Kanton für Arztpraxen vorstellen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Eine Grippe, eine kleine Verletzung bei der Gartenarbeit oder chronische Schmerzen: Es gibt viele Gründe, einen Hausarzt aufzusuchen. Doch wenn die Kantone nichts unternehmen, gibt es bald zu wenig Allgemeinmediziner. «Wenn wir nicht handeln, werden in 15 Jahren 40 Prozent der heutigen Hausarztbesuche nicht mehr abgedeckt sein», erklärte Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann kürzlich. Um dem Hausarztmangel entgegenzutreten, kann er sich eine Anschubfinanzierung durch den Kanton für Arztpraxen vorstellen oder die finanzielle Beteiligung an einem Lehrstuhl für Hausarztmedizin.

«Spezialisten vernachlässigt»

Diese Ideen kommen bei den Zuger Hausärzten – selbstverständlich – gut an. «Eine Anschubfinanzierung für junge Ärzte wäre gut», freut sich Pius Bürki, Präsident der Zuger Gesellschaft für Hausarztmedizin (Zugham). Die vorhandenen Ideen zur Förderung der ärztlichen Grundversorgung zeigen: Es geht vor allem ums Geld. Und das wollen auch die Spezialisten: «Die Spezialärzte werden im Moment vernachlässigt», sagt Karin Julia Stadlin, Präsidentin der Zuger Ärztegesellschaft, welche auch die Spezialisten vertritt. «Es wird nur für die Hausärzte geschaut, dabei braucht es für die Grundversorgung auch Spezialärzte wie Orthopäden, Chirurgen, Gynäkologen, Augen- oder Ohrenärzte.»