ZUG: «Jochen aus Deutschland» wollte abkassieren

Wieder einmal hat eine unbekannte Täterschaft versucht, mit dem sogenannten «Enkeltrick» viel Geld zu ergaunern. Dank einer aufmerksamen Zugerin konnte die Finte verhindert werden.

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(Symbolbild Nadia Schärli/Neue LZ)

(Symbolbild Nadia Schärli/Neue LZ)

Am Mittwochnachmittag meldete sich eine männliche Person telefonisch bei einer 60-jährigen Zugerin, wie die Zuger Polizei mitteilte. Der Anrufer fragte gerissen: «Na, weisst du wer ich bin?», worauf die Frau fragte, ob er ihr Bekannter Jochen aus Deutschland sei. Er bejahte dies und meinte, er weile gerade in Zürich, wo er eine Wohnung kaufen wolle. Weil der Kaufpreis unmittelbar beglichen werden müsse und seine Überweisung nicht geklappt habe, ersuchte der Mann um ein kurzfristiges Darlehen von 80'000 Euro.

Hat der Betrüger Lunte gerochen?
Nachdem die Frau eine Bedenkfrist verlangte, rief «Jochen» die 60-Jährige innert drei Stunden mit einer unterdrückten Rufnummer rund ein dutzend Mal an. Die Anrufe wurden stets aggressiver und setzten die Frau immer mehr unter Druck. Das vermeintliche Opfer wurde stutzig und alarmierte die Zuger Polizei. In Absprache und Begleitung mit der Polizei erklärte sie dem Unbekannten wenig später, das Geld liege nun bereit. Jochen erklärte, dass er sofort in Zürich losfahren und in einer Stunde bei ihr eintreffen werde. Leider erschien der Unbekannte nicht am Wohnort der 60-Jährigen. Die anschliessende Fahndung der Polizei verlief ergebnislos.

Bereits im April 2009 konnte ein Ehepaar in Zug einen «Enkeltrick» erfolgreich vereiteln. Zu einem weiteren Versuch kam es im November 2008.

scd