ZUG: Käse, Schnaps und Hotels für Wildbienen

Markt «O Sole Bio» bringt Bioproduzenten aus der Zentralschweiz an die Seepromenade. Für die Besucher gibt es Nachhaltigkeit zum Essen, Trinken und Erleben.

Wolf Meyer
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Auf dem Markt gibt es viele Leckereien zu probieren. (Bild: Jakob Ineichen (Zug, 3. September 2017))

Auf dem Markt gibt es viele Leckereien zu probieren. (Bild: Jakob Ineichen (Zug, 3. September 2017))

Allerlei Gesundes, Feines und Nachhaltiges – feilgeboten direkt vom Produzenten – fand man am Wochenende zwischen dem Rehgehege und dem Landsgemeindeplatz. Der alljährliche Biomarkt «O Sole Bio» hat nämlich seine Zelte an der Zuger Seepromenade wieder aufgeschlagen. Vor allem Familienbetriebe bieten auf dem Markt die Erzeugnisse des eigenen Biohofs an. Gemüse, Fisch, Schnaps, Öle, Käse, aber auch Naturschreiner und Homöopathen zeigen ihre Produkte. «Wir wollen, dass unsere Kunden ein breites Spektrum von Bioprodukten direkt vom Hersteller beziehen können», erklärt Meinrad Betschart, der Projektleiter des Zentralschweizer Biomarkts.

Jedes Jahr schreibt sich der Markt ein Thema aus dem Wertekreis der biologischen und nachhaltigen Landwirtschaft auf die Fahne. Wo sich letztes Jahr alles um die Artenvielfalt drehte, informieren die Organisatoren heute über die Probleme von Pestiziden und Kunstdünger sowie die bio­logischen Alternativen. Anstelle von Chemikalien gegen Blattläuse werden etwa Schlupfwespen angesiedelt, welche die Läuse fressen. Schädlinge werden also nicht durch Pestizide, sondern durch Nützlinge bekämpft. Anstelle von Kunstdünger wird Kuhmist verwendet. So werden nicht nur die Böden geschont, sondern auch ökologische Kreisläufe nachhaltig geschlossen. «Wichtig sind uns aber nicht nur die bio­logischen Richtlinien, sondern auch, dass Familienbetriebe erhalten werden können», führt Betschart weiter aus. So wird «O Sole Bio» auch von der Stiftung zur Erhaltung bäuerlicher Familienbetriebe unterstützt.

Ein Ort für interessante Begegnungen

Die Biosuisse-Regionalverbände der sechs Zentralschweizer Kan­tone Zug, Luzern, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden richten den Markt gemeinsam aus. «Der Standort Zug ist für uns hervor­ragend, da die schöne Seepromenade zum Flanieren einlädt», sagt Betschart. Auch die Standbetreiberin und Bäuerin Romana Zumbühl aus Altbüron ist vom Standort Zug überzeugt: «Die Leute hier wissen es sehr zu schätzen, dass sie bei uns direkt vom Hof einkaufen können, und so gibt es immer wieder schöne Begegnung zwischen Kunden und Bauern.» Der Bildhauer Hans Gisler aus Altdorf zeigt seine Arbeiten ebenfalls gerne in Zug. «Die Zuger haben ein etwas anderes Verhältnis zu Geld als etwa die Urner. Hier ist man bereit, für Qualität einen guten Preis zu bezahlen.»

Hannes Schicker ist weniger wegen des Geldes hier. An seinem Stand kann man im Baukastenprinzip sein eigenes Vogelhaus, Wildbienenhotel oder Fledermaus-Kit bauen. «Die Preise decken meine Materialkosten, aber ich mache das, damit die Kästen unter die Leute kommen», sagt er. Letztes Jahr bauten sich 130 Marktgäste einen der Tierunterschlupfe und installierten ihn anschliessend bei sich daheim. «Diesmal ist das Wetter zwar nicht ganz so freundlich, aber solange es trocken bleibt, werden auch genügend Leute kommen», ist Hannes Schicker überzeugt.

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch