ZUG: Käufer ist im Energie-Investment tätig

Jetzt ist klar, wer neu als Investor bei der Wasserwerke Zug AG eingestiegen ist. Es ist bereits absehbar, ob dies im Verwaltungsrat etwas ändert.

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Heute bekommt ein Zuger Haushalt standardmässig Wasserstrom. Das Bild zeigt einen Kontrollgang im Unterwerk Zug der WWZ. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Heute bekommt ein Zuger Haushalt standardmässig Wasserstrom. Das Bild zeigt einen Kontrollgang im Unterwerk Zug der WWZ. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Charly Keiser

Wie in der gestrigen Ausgabe der «Neuen Zuger Zeitung» angekündigt, wurde bekannt, wer neuer Besitzer von rund 10 Prozent der Aktien der Wasserwerke Zug AG ist.

Am frühen Vormittag erreichte unsere Zeitung eine Medienmitteilung der Fontavis AG in Zug, die die WWZ-Aktien-Transaktion eingefädelt hat (siehe Box).

Energiefonds kommt zum Zug

Im Rahmen der Platzierung von Namenaktien der Wasserwerke Zug AG (WWZ) durch die Zürcher Kantonalbank hat UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland KGK (UBS-CEIS) am 4. Februar mit Valuta 18. Februar einen Anteil von 8,68 Prozent am Aktien­kapital der WWZ erworben, ist aus der Mitteilung zu erfahren. «Damit beteiligen sich indirekt 36 Schweizer Pensionskassen und Versicherungen, die die wirtschaftlich berechtigten von UBS-CEIS sind, an der WWZ und damit an einem führenden und strategisch gut positionierten Unternehmen, das in den Bereichen Energie, Wasser und Telekommunikation tätig ist», präzisiert Fontavis und ergänzt: «UBS-CEIS ist eine langfristig orientierte Anlagegesellschaft für Schweizer Pensionskassen und Versicherungen.» Sie investiere in schweizerische Unternehmen, die erneuerbare Energien produzieren, Infrastruktur bereitstellen und die Energieeffizienz verbessern würden. «Hierzu zählen unter anderem Energieversorgungsunternehmen, Energie-Contracting-Anbieter, Wasserkraftwerke, Holzheizwerke, Nah- und Fernwärmeverbünde, Entsorgungsunternehmen sowie Biogas- und Fotovoltaikanlagen. Die UBS-CEIS verfolge eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie. Mit der Abwicklung der Transaktion sei die Zuger Firma Fontavis AG beauftragt, die diesbezüglich mit der WWZ in Kontakt gestanden habe.

«Wir sind der Anlageberater des UBS-CEIS-Fonds», erklärt Christoph Gisler, Gründungspartner der Fontavis AG, Präsident des Verwaltungsrates und als COO für die Geschäftsentwicklung und Investor Relations zuständig. Die Fontavis besitze 30 Prozent der Management-Firma des UBS-CEIS-Fonds, verrät Gisler weiter und sagt: «Das heisst: Wir sind für die gesamten Investments des Fonds zuständig.»

Göhner-Stiftung im Verdacht

Ein möglicher Verkäufer der 10 Prozent der Wasserwerke-Zug-AG-Aktien hätte die Ernst-Göhner-Stiftung (EGS), die seit 2009 im Besitz von 10 Prozent der Aktien der Wasserwerke Zug AG ist, sein können. Da die Stiftung in der Stadt Zug beheimatet ist, besteht auch ein grosser Bezug zum Standort Zug.

Die «Befürchtungen» sind aber umsonst. Denn wie Urs Eberhard, Senior Investment Manager der EGS Beteiligungen AG, betont, hat die Beteiligungsfirma der Göhner-Stiftung nichts mit dem Verkauf der WWZ-Aktien zu tun. «Die WWZ-Aktien passen zu uns», sagt Eberhard und fügt an: «Denn sie sind solide, und unsere Investitionen werden langfristig und mit dem Fokus auf Sicherheit getätigt.»

Damit scheint klar, dass der Verwaltungsrat der Wasserwerke Zug AG durch die Handänderung der Aktien keine Änderung erfahren wird. Sind doch noch immer die gleichen grossen Aktionäre beteiligt, und an Bord ist lediglich ein anderer Investmentfonds als noch vor ein paar Wochen.