ZUG: Kampf um jeden Briefkasten

Drei Gemeinden verhandeln mit der Post um den Erhalt von Poststellen, Briefeinwürfen und um Öffnungszeiten – alle müssen klein beigeben. Die Wut auf den gelben Riesen wächst.

Silvan Meier
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Unter anderem soll die Poststelle in Oberägeri andere Öffnungszeiten erhalten. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Unter anderem soll die Poststelle in Oberägeri andere Öffnungszeiten erhalten. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Post baut ab: Immer wieder werden Poststellen geschlossen oder in Agenturen umgewandelt, werden Öffnungszeiten gekürzt und Briefkästen aufgehoben. Der gelbe Riese entscheidet nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Das Kundenverhalten habe sich wegen SMS, E-Mail und Internet verändert. Die Frequenzen nähmen überall ab. In den vom Abbau betroffenen Gemeinden ist der Ärger trotzdem gross. In Neuheim werden von der Gemeinde Unterschriften gesammelt, nachdem die Post den Briefkasten im Dorfzentrum abmontiert hat. In Oberägeri verhandelt der Gemeinderat um die Beibehaltung der Öffnungszeiten. Und in Baar sammeln Quartierbewohner Unterschriften für den Erhalt der Poststelle Oberdorf.

Kritisiert wird von den Gemeinden aber nicht nur der Leistungsabbau, auch das Verhandlungsgebaren der Post wird angeprangert. «Die Post hat uns einfach ‹abgeputzt›», sagt Neuheims Gemeinderat Roger Bosshart. Oberägeris Gemeindepräsident Pius Meier spricht von mangelnder Gesprächskultur. Nützen wird der Ärger der Gemeinderäte kaum etwas. Die Post hält an den Schliessungen und Kürzungen fest.