ZUG: Kanton scannt Steuererklärungen selber

Nach dem Protest gegen die Scanning-Auftragsvergabe an eine externe Firma wird der Kanton Zug die Steuererklärungen ab 2015 selber einscannen. Das kostet allerdings 30 Prozent mehr als die ursprünglich vorgesehene Lösung.

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Ein Steuerpflichtiger studiert seine ausgefüllte Steuererklärung. (Bild Keystone)

Ein Steuerpflichtiger studiert seine ausgefüllte Steuererklärung. (Bild Keystone)

Auslöser dieser Planänderung waren die Besitzverhältnisse der ausgewählten Scanning-Firma: Es handelte sich um eine Schweizer Firma, die im Besitz eines US-Unternehmens war.

Für eine Mehrheit des Zuger Kantonsrats war dies inakzeptabel. Ein amerikanisches Unternehmen dürfe keinesfalls die sensiblen Zuger Steuerdaten scannen, argumentierte das Parlament. Im Mai diesen Jahres wurde das Projekt "eDossier Steuern" deshalb sistiert.

Wie Finanzvorsteher Peter Hegglin (CVP) am Donnerstag im Kantonsrat erklärte, konnte der Kanton Zug mittlerweile definitiv aus dem Vertrag mit der Firma aussteigen. Weil diese bereits Vorarbeiten leistete, Infrastruktur anschaffte und dem Kanton Zug nun bei der Einführung des Selber-Scannens beratend zur Seite stehen soll, muss ihr aber trotzdem noch 1,85 Millionen Franken bezahlt werden.

Pro Jahr wird das Selber-Scannen den Kanton voraussichtlich rund eine Million Franken kosten, wie aus einer Interpellations-Antwort hervorgeht. Das sind etwa 30 Prozent mehr als bei der externen Firma.

Bis alle Steuererklärungen vollelektronisch entgegengenommen und weiterverarbeitet werden - und das Scannen definitiv überflüssig wird - dürfte es noch viele Jahre dauern.

sda