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ZUG: Kanton soll gegen Diskriminierung vorgehen

Arbeitnehmer über 50 sollen auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen und Bedingungen erhalten. Das fordert eine Petition. Sie will gewisse Punkte gesetzlich verankern.
Der Verein für Arbeitsmarktmassnahmen hat im Kanton Zug über 1300 Stellensuchende vermittelt. (Symbolbild Neue ZZ)

Der Verein für Arbeitsmarktmassnahmen hat im Kanton Zug über 1300 Stellensuchende vermittelt. (Symbolbild Neue ZZ)

«Alter hat Potenzial» – unter diesem Titel fand im letzten Jahr eine breit angelegte Kampagne im Kanton statt. Diese hatte zum Ziel den Arbeitsmarkt für die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und Arbeitssuchenden über 50 zu sensibilisieren. Die Kampagne ist mittlerweile abgeschlossen. Der Slogan findet aber weitere Verwendung. Vor wenigen Tagen wurde bei der Staatskanzlei von einer parteiunabhängigen Gruppe eine Petition eingereicht mit 20 Unterschriften und dem Titel «Alter hat Potenzial – zum Wohl der Zuger Bevölkerung und für den Kanton Zug als Arbeitgeber».

Enthalten sind in dem Papier vier Forderungen an den Kantons- und den Regierungsrat. So habe der Kantonsrat etwa das Verbot der Diskriminierung von älteren Arbeitnehmern in der kantonalen Gesetzgebung umfassend umzusetzen. «Namentlich sind die von der WHO und der OECD zuhanden der Schweiz abgegebenen Empfehlungen zur Förderung der rechtlichen und tatsächlichen Gleichstellung von älteren Arbeitnehmern gesetzgeberisch zu befolgen.» Weiter habe der Kantonsrat auch Lohn- und Anreizsysteme im Personalgesetz zu verankern, fordern die Petenten.

Den Regierungsrat wollen sie beauftragen, einen «wirksamen Aktionsplan» zu erlassen, damit die tatsächliche Gleichstellung von älteren Arbeitnehmern gefördert wird. Die Regierung soll zudem die Partner auf dem Arbeitsmarkt dabei unterstützen, die Bedürfnisse der älteren Mitarbeiter bei den Arbeitsbedingungen zu eruieren. Diese Bedingungen sollen so angepasst werden, dass die Arbeit bis ins hohe Alter möglich wird. Weiter sei zentral, dass Führungskräfte, Manager und HR-Verantwortliche hinsichtlich der Bedürfnisse von älteren Mitarbeitern und ihrer Arbeitsumgebung geschult werden.

Sensibilisierung allein reicht nicht

Die Petenten begründen ihr Anliegen mit den Berechnungen des Bundesamtes für Statistik. Diese gehen davon aus, dass bis ins Jahr 2020 der Anteil der über 50-jährigen Erwerbstätigen auf gut ein Drittel der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung ansteigen und dort verbleiben wird. Auf der anderen Seite sei die Einstellungsrate der über 55-Jährigen in der Schweiz tiefer als im Durchschnitt des OECD-Raumes. Zudem sei eine altersbedingte Diskriminierung bei der Einstellung in der Schweiz nach wie vor verbreitet. «Das Diskriminierungsverbot aufgrund des Alters ist zwar in der Bundesverfassung festgeschrieben, wirksam geworden ist das Verbot aber bisher nicht», führen die Petenten aus. Fast alle OECD-Länder hätten in der einen oder anderen Form wirksamere Rechtsvorschriften oder Richtlinien gegen die altersbedingte Diskriminierung am Arbeitsplatz verabschiedet. «Die Schweiz ist den Empfehlungen des OECD-Berichts von 2003 nicht gefolgt», bedauern die Petenten.

Auch der Kanton Zug habe Nachholbedarf. Im Personalgesetz seien keine wirksamen Lohn- und Anreizsysteme verankert, damit die beim Kanton angestellten älteren Arbeitnehmer möglichst lange im Arbeitsleben verbleiben und überdies Neuanstellungen von älteren Arbeitnehmern gefördert würden. Die Petenten nehmen auch Bezug auf die Kampagne «Alter hat Potenzial». Sie sind hier allerdings der Meinung, dass die «blosse Sensibilisierung keine genügende Antwort auf die Verschiebung der Altersstruktur» sei. «Der Kantonsrat soll gesetzgeberisch tätig werden und das Verbot der Diskriminierung von älteren Arbeitnehmern umfassend umsetzten.»

Die Petition wird wohl am 22. Februar vom Kantonsrat an die zuständige Kommission zur Bearbeitung überwiesen. Laut Tobias Moser, Landschreiber, wird dies voraussichtlich die Justizprüfungskommission sein. Die Kommission wird die Petition beraten und dem Kantonsrat einen Antrag für die weitere Bearbeitung stellen.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

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