Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Kanton Zug: Flottenrabatt ist weit verbreitet

Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung können beim privaten Autokauf vom Flottenrabatt des Kantons Zug profitieren. Das ist eine Folge des Sparprogramms «Finanzen 2019».
Harry Ziegler
Angestellte des Kantons Zug profitieren von guten Konditionen beim Autokauf. (Symbolbild: Carl Court/Getty)

Angestellte des Kantons Zug profitieren von guten Konditionen beim Autokauf. (Symbolbild: Carl Court/Getty)

Harry Ziegler

harry.ziegler@zugerzeitung.ch

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung des Kantons Zug können seit Ende 2017 private Autos mittels Flottenrabatt günstiger kaufen. Bei der Fraktion der Alternative-die Grünen (ALG) löste die Mitteilung vom November 2017 an die kantonalen Mitarbeiter, dass sie von Flottenrabatten profitieren könnten erstens Irritationen, zweitens eine Glosse in der Parteizeitung der ALG und drittens eine Interpellation mit sechs Hauptfragen und verschiedenen Unterfragen aus.

Der Regierungsrat hat die Fragen nun beantwortet. Und damit ist jetzt immerhin bekannt, dass der Kanton Zug Mitte 2017 über 224 eigene Motorfahrzeuge eingelöst hatte. Zu erfahren ist ebenso, dass es sich bei einem Flottenrabatt um «ein etabliertes standardisiertes Preismodell der Automobilimporteurinnen und Automobilimporteure mit generell-abstraktem Charakter» handle. Und: «Basierend auf der Flottengrösse der Firmenkundinnen und Firmenkunden beziehungsweise des Potenzials variiert lediglich der jeweilige Rabattsatz.»

Kanton hat 224 Fahrzeuge eingelöst

Das bedeutet nichts anderes, als dass der Kanton Zug denselben Rabatt zugute hat wie ein Unternehmen mit einem vergleichbar grossen Fuhrpark oder vergleichbarem Potenzial. Wobei der Begriff «generell-abstrakt» bedeutet, es erhalten alle Mitarbeitenden desselben Arbeitgebers denselben Rabatt. Der Flottenrabatt ist also grundsätzlich nichts anderes als ein Mengenrabatt, von dem die Angestellten des Kantons jetzt profitieren können. «Das kantonale Personal leistet im Rahmen der verschiedenen Sparprogramme einen Beitrag von rund 13 Millionen Franken und ist einem erhöhten Druck ausgesetzt. Da ist es doch mehr als gerechtfertigt, ihnen ohne Mehrkosten für den Kanton etwas weiterzugeben», sagte Finanzdirektor Heinz Tännler Ende Dezember 2017 in unserer Zeitung. In einigen Bereichen der Verwaltung – beispielsweise bei der Polizei – gab es schon vor der Einführung für die gesamte Verwaltung den Flottenrabatt des Kantons.

Zustande gekommen ist der Flottenrabatt für alle kantonalen Mitarbeitenden durch die Überprüfung der Kaufkonditionen bei allen aktuellen Markenvertretern sowie das Aushandeln der Flottenrabatte für die kantonale Verwaltung, die übrigens laut Fahrzeugpolice 2017 einen Fuhrpark von 224 eigenen Fahrzeugen besitzt. Bei diesen Verhandlungen, so die Interpellationsantwort des Regierungsrates, «ergab sich, dass nebst der Verwaltung auch Mitarbeitende für den privaten Kauf eines Neuwagens von Flottenkonditionen profitieren können».

Nach Behandlung eines Aussprachepapiers Anfang November des letzten Jahres gab der Regierungsrat dazu sein Einverständnis. Auf die Frage der ALG, ob es persönliche Beziehungen zwischen Regierungsmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitenden und Akteuren der Autobranche gibt, schreibt die Regierung in der Antwort: «Nein.»

Um in den Genuss des Flottenrabatts zu kommen, muss eine Anstellungsbestätigung des Kantons vorgelegt werden, das Fahrzeug muss auf den Namen und die Privatadresse des Fahrzeughalters erfolgen. Vorgegeben werde der Flottenrabatt vom jeweiligen Automobilimporteur und dann direkt an die Garagisten weitergegeben. Die Staatsrechnung des Kantons werde dadurch nicht tangiert. Es bestünden auch Rabattunterschiede zwischen den einzelnen Importeuren sowie zwischen einzelnen Fahrzeugmodellen der gleichen Marke. Die Rabatte bewegten sich momentan zwischen 10 und 20 Prozent, können sich aber jederzeit ändern.

Bei Velos, Töffs und E-Bikes ist es komplizierter

Grundsätzlich könne sich der Regierungsrat vorstellen, für Mitarbeitende des Kantons Flottenrabatte für Velos, Töffs oder E-Bikes auszuhandeln. Allerdings kommt das Flottenrabatt-Modell bei diesen Fahrzeugkategorien nicht zum Tragen. Gewährt würden Rabatte nur bei einem bestimmten Mengenbezug. Meist aber werde mit dem Fachhandel zusammengearbeitet.

Noch ist in diesem Bereich kein Flottenrabatt möglich und der Regierungsrat werde «nicht aktiv Rabattmodelle forcieren, wo diese nicht bereits etabliert sind». Würden aber Anbietende von anderen Verkehrsmitteln als Autos einen standardisierten Flottenrabatt für eine Vielzahl von und Unternehmenskunden und deren Mitarbeitende anbieten, würde der Regierungsrat die Finanzverwaltung analog mandatieren.

Rabatte auch in anderen Kantonen

Der Kanton Zug ist nicht der einzige, dessen Mitarbeitende von Flottenrabatten profitieren. «Auch bei anderen Kantonen ist der Flottenrabatt weit verbreitet, wie eine Mail-Umfrage bei den Generalsekretariaten der Finanzdirektionen ergab: Bei 22 Rückmeldungen hatten sich lediglich fünf Kantone mit dem Thema nicht befasst beziehungsweise war der aktuelle Stand unbekannt. In 15 Kantonen profitieren Mitarbeitende von Flottenrabatten ohne spezifische Vereinbarungen», schreibt die Regierung in ihrer Antwort und beantragt Kenntnisnahme.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.