ZUG: Kanton Zug sucht Unterkunft für Flüchtlinge

Das Sozialamt sucht in einer öffentlichen Aus­schreibung weiteren Wohnraum für 50 bis 100 Asyl­suchende. Gemietet werden soll «so bald wie möglich».

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In der Truppenunterkunft auf dem Menzinger Gubel sind Asylsuchende in einem Bundeszentrum untergebracht. (Archivbild Maria Schmid)

In der Truppenunterkunft auf dem Menzinger Gubel sind Asylsuchende in einem Bundeszentrum untergebracht. (Archivbild Maria Schmid)

Samantha Taylor

Der Kanton Zug stösst im Bereich Asyl an seine Grenzen. Bereits seit einiger Zeit ist klar, dass rund 50 bis 100 zusätzliche Plätze für Asylsuchende benötigt werden. Das zeigen die Zuweisungen des Bundes. Denn der Kanton kann in seinen Unterkünften rund 900 Personen unterbringen. Bereits im August hielten sich 1158 Personen aus dem Asylbereich im Kanton auf (siehe Box).

Um der Platzknappheit entgegenzuwirken, wird unter anderem die Zivilschutzanlage Schluecht in Cham als Asylunterkunft genutzt. Und nun geht der Kanton noch einen Schritt weiter. In einer öffentlichen Ausschreibung sucht das Sozialamt Möglichkeiten zur «Miete von Wohnraum für Personen aus dem Asylbereich». Der Wohnraum soll gemäss Ausschreibungstext für mindestens 50 bis 100 Personen zur Verfügung stehen. Die Mietdauer soll mindestens zehn Jahre betragen. Die öffentliche Ausschreibung erfolgte unter anderem im Zuger Amtsblatt. Eine Ausschreibung dieser Art sei nicht ganz üblich, heisst es seitens der zuständigen Direktion des Innern. «Aufgrund der stark angestiegenen Zahlen sind die bestehenden insgesamt 68 Unterkünfte im Kanton bis an den Rand ihrer Kapazität gefüllt», sagt Franziska Bitzi, Generalsekretärin der Direktion des Innern. Der Kanton nutzt darum derzeit alle Kanäle, um Wohnraum für Asylsuchende zu akquirieren. «Wir haben unter anderem auch die Landeskirchen, Religionsgemeinschaften und Klöster angeschrieben», so Bitzi. Daneben stehe die Direktion des Innern in regelmässigem Kontakt mit Liegenschaftsbesitzern. «Die Submission ist eine weitere Möglichkeit, um den Unterbringungsauftrag des Kantons zu erfüllen», erklärt Bitzi.

Längerfristiges Mietverhältnis

Alle Register zieht der Kanton allerdings nicht nur wegen der aktuellen Zahlen. Man sei auch grundsätzlich auf der Suche nach langfristigen Lösungen. Denn: Ein Teil der Unterkünfte befinde sich in Abbruchliegenschaften, die in den kommenden Jahren darum wegfallen werden. «Der erhöhte Unterbringungsbedarf und die sinkende Zahl der Unterkünfte führen zu einer kürzeren Dauer von Zwischennutzungen, die nicht immer kostenoptimal gestaltet werden können», erklärt Bitzi. Deshalb strebe man ein längerfristiges Mietverhältnis einer grösseren Zahl von Wohneinheiten an. So könnten die Anschaffungskosten für nur kurzfristig nutzbare Unterkünfte gesenkt und die Unterbringung aller Personen längerfristig gewährleistet werden. Gleichzeitig wolle man mittelfristig auch flexibel bleiben, weshalb ein Mietverhältnis angestrebt werde. Aktuell sind die Flüchtlinge im Kanton insgesamt in 68 Unterkünften untergebracht, bei 64 davon handelt es sich um Wohnungen. Seit kurzem wird in Cham die Zivilschutzanlage Schluecht als Unterkunft genutzt (siehe Box).

Möglichst konzentriert

Wie die Unterkünfte genau aussehen sollen, da zeigt sich der Kanton offen. Einzig bei der Zahl der Plätze sind die Vorgaben fix. Bitzi: «Grundsätzlich sollten die Unterkünfte Platz für mindestens 50 und maximal 100 Personen bieten. Die Grösse der Wohneinheiten ist nicht vorgegeben, sollte aber in einem ökonomischen Verhältnis zum Mietpreis stehen.» Es sei aus wirtschaftlichen Gründen vorteilhaft, wenn die Unterbringungsplätze möglichst konzentriert gemietet werden könnten und nicht in kleinen Einheiten über den ganzen Kanton zerstreut seien.

Bezüglich der Miete, die der Kanton für die Unterkunft berappen kann, richtet sich das Sozialamt nach den Pauschalbeiträgen des Bundes. «Bei der Mietpreiskalkulation der Anbieter soll möglichst dieser Orientierungsrahmen in der Höhe von 261 Franken pro Monat und pro Person angestrebt werden», erklärt Bitzi. Sollte kein Angebot eingereicht werden, das die in der Ausschreibung und in den Ausschreibungsunterlagen festgelegten Kriterien erfülle, müsste das Verfahren abgebrochen werden. Bis wann man das Verfahren abschliessen will oder ab wann die neuen Objekte gemietet werden sollen, lässt man seitens der Direktion des Innern noch offen. Bitzi betont allerdings: «Das Ziel ist, dass so schnell wie möglich gemietet werden kann.»