ZUG: Kanton Zug verscherbelt eine beliebte Festhütte

Im Rahmen des Entlastungsprogramms will die Regierung auch ein Grundstück umnutzen um es dann zu verkaufen.

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Die Sparenhütte oberhalb von Finstersee kann für private Feste vom Kanton gemietet werden. (Bild Stefan Kaiser)

Die Sparenhütte oberhalb von Finstersee kann für private Feste vom Kanton gemietet werden. (Bild Stefan Kaiser)

Zug muss abspecken. Genauer will der Kanton jährlich jene rund 80 bis 100 Millionen Franken einsparen, die im Moment als so genanntes strukturelles Defizit auf der Rechnung lasten. Mit rund 260 Einzelmassnahmen möchte der Zuger Regierungsrat die laufende Rechnung des Kantons Zug ab 2018 jährlich um rund 111 Millionen Franken entlasten, wie er Ende März informierte. Fast 100 Millionen sollen dabei bei Investitionsprojekten gestrichen und im Personalbereich etwa 24 Millionen eingespart werden.

Verkauf soll Geld in Kasse spülen

Als eine der Massnahmen wird auch der Verkauf einer Immobilie vorgeschlagen, die bisher vom Volk rege benutzt wurde. Die Rede ist von der Sparen­hütte. Diese befindet sich im Ortsteil Finstersee in Menzingen und unterhalb des Bellevues Gottschalkenberg (siehe Box). 2,5 Millionen Franken soll deren Veräusserung dem Kanton in die Kassen spülen, wie der entsprechenden Exceltabelle zu entnehmen ist.

«Die Sparenhütte ist in der Landwirtschaftszone», erklärt Regierungsrätin Manuela Weichelt, in deren Departement dieses Verkaufsgeschäft gehört. Der Kanton kläre im Moment raumplanerisch ab, wie und was auch wegen des bäuerlichen Bodenrechts überhaupt möglich sei. «Allenfalls können wir abparzellieren», sagt Weichelt und ergänzt: «Doch zuerst muss klar sein, wie eine mögliche künftige Nutzung aussieht.» Erst dann sei auch das mögliche Potenzial bekannt und klar, wer sich allenfalls für einen Kauf interessieren könne, betont die Chefin des Departements des Innern. «Und dies, damit das Grundstück an den Meistbietenden veräussert werden kann.» Dabei komme es sehr darauf an, ob eine Umnutzung allenfalls zum Wohnen – möglich sei, erklärt Weichelt und fügt an: «Denn ein Käufer muss natürlich wissen, was er mit dem Grundstück machen kann und darf, sonst bietet er nicht einen Millionenbetrag.»

«Wissen noch nichts Genaues»

Er habe den Verkauf der Sparenhütte im Sparprogramm auch gesehen, sagt Martin Kempf, Bauchef der Gemeinde Menzingen. Doch noch sei niemand an ihn herangetreten. «Wir wissen noch nichts von alledem.» Es sei wohl möglich, das Haus abzuparzellieren, damit darin gewohnt werden könne, mutmasst Kempf. «In eine Bauzone kann das Grundstück aber ganz sicher nicht umgezont werden.» Zuständig sei aber das Amt für Raumplanung, betont Kempf. «Wir sind zwar die Bewilligungsbehörde, haben aber eigentlich dazu nichts zu sagen, weil das Areal ausserhalb der Bauzone liegt.» Charly Keiser