ZUG: Kantonsrat will Frühförderung nicht im Gesetz

Die sprachliche Frühförderung für Vorschulkinder ist im Kanton Zug auch in Zukunft nicht im Schulgesetz verankert. Nach langer Diskussion ist der Kantonsrat am Donnerstag einem SVP-Antrag gefolgt und hat die Regelung aus der Vorlage gekippt.

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Der Zuger Kantonsrat hat sich gegen eine Verankerung der sprachlichen Frühförderung für Vorschulkinder im Schulgesetz ausgesprochen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Zuger Kantonsrat hat sich gegen eine Verankerung der sprachlichen Frühförderung für Vorschulkinder im Schulgesetz ausgesprochen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Frühförderung wird damit zwar nicht abgeschafft. Angebote aufzubauen, ist für die Zuger Gemeinden aber weiterhin nicht zwingend. Freiwillig ist die Teilnahme an Förderstunden auch für die Eltern, respektive die Kinder, die schlecht Deutsch können.

Weil die Frühförderung nicht im Gesetz steht, haben die Schulen keinerlei Handhabe, Eltern zur Kooperation zu zwingen. Die Möglichkeit zum Zwang war ursprünglich ein wichtiger Teil der regierungsrätlichen Vorlage.

Grund- und Basisstufe ist freiwillig

Freiwilligkeit ist auch das Stichwort bei der Grund- und Basisstufe. Dabei werden Kindergärtler und 1.-Klässler, beziehungsweise 1.- und 2.-Klässler gemeinsam unterrichtet. Bis anhin wurden Grund- und Basisstufen nur im Rahmen von Schulversuchen geführt.

Künftig steht es allen Gemeinden frei, solche Unterrichtsmodelle in ihrer Schule einzuführen. Sie sind aber - wie auch bei der Frühförderung - nicht dazu verpflichtet. Die elf Gemeinden können zudem neu auch Kunst- und Sportklassen für begabte Oberstufen-Schüler einrichten.

Lange diskutiert wurde in der ersten Lesung über die Höchstzahl von Schülerinnen und Schülern. Gesetzlich verankert wurden schliesslich die Maximalzahlen von 22 Kindern für den Kindergarten, 26 für die Primarschule, 22 für Real und Sek sowie 26 Kinder für die Grund- und Basisstufe. Die zweite Lesung mit Schlussabstimmung findet in einigen Wochen statt. (sda)