ZUG: Katze überlebt Schuss in Bauch schwer verletzt

Ein Büsi kommt hum­­pelnd und mit einem Projektil im Bauch nach Hause. Noch ist nicht klar, wer auf das wehrlose Tier geschossen hat.

Charly Keiser
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Die Katzendame Rosalie erholt sich von ihren Verletzungen. (Bild Daniel Frischherz)

Die Katzendame Rosalie erholt sich von ihren Verletzungen. (Bild Daniel Frischherz)

Wie ist es nur möglich, dass in einem Wohnquartier mitten in Baar eine Katze angeschossen wird? Dies fragt sich Silvia Feusi und «hintersinnt sich», ob die zusätzlichen Schnittwunden und das gebrochene Hinterbein von einer panischen Flucht oder von einer Misshandlung der Katzendame Rosalie stammen. Das 4,5-Millimeter-Projektil könne gemäss Polizei aus einem Luftgewehr abgefeuert worden sein, sagt Feusi, die eine Anzeige gegen unbekannt eingereicht hat.

«So richtig erschrocken bin ich, als mir klar wurde, dass meine Katze nicht einen Unfall hatte, sondern vorsätzlich verletzt worden ist», erinnert sich Feusi an den Tag der Tat zurück, als Rosalie blutend und humpelnd nach Hause kam. Die Geschwister Rosi und Rosalie könnten die Wohnung verlassen, hätten einen grossen und schönen Garten, verrät Feusi. «Und beide sind sehr scheu. Nur ich selber kann sie berühren.» Dies, weil die beiden als so genannte Abschiebkatzen aus dem Tierheim zu ihr gekommen seien, erklärt Feusi, die sich die Mühe gemacht hat, die Geschwister in den letzten zehn Jahren zu zähmen. «Die beiden mögen sich gut, verrät die Baarerin und fügt an: «Rosi hat nur schnell zu ihrer Schwester geschaut und sofort gemerkt, dass sie sie in Ruhe lassen muss.»

«Ist wohl ein Lausbubenstreich»

Wer aber könnte der Täter sein? Einen Verdacht hat Feusi nicht. Sie betont: «In meiner Nachbarschaft traue ich dies niemandem zu.» Am wahrscheinlichsten handle es sich wohl um einen Lausbubenstreich, orakelt Feusi. «Rosalie konnte mir leider keine Auskunft geben. Ein kurzes Wehklagen und Lamentieren waren ihre einzigen Äusserungen.»

Der Frühling sei für ihr Kätzchen gelaufen, sagt Feusi. Denn jetzt liege Rosalie still, und das Beinchen sei geschient. «Die Wunden sind desinfiziert, das Projektil wurde in einer aufwendigen Operation aus ihrem Bauch entfernt und liegt nun als Tatobjekt auf dem Polizeiposten.»

Was einem Schützen, wie im Fall von Rosalie, oder jemandem droht, der mutwillig ein Tier tötet, steht im Tierschutzgesetz. Vorsätzliche Tierquälerei wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe sanktioniert. Handelt der Täter fahrlässig, kann er zu einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen verknurrt werden.

Geglückte Operation

Die Operation sei zum grossen Glück gut verlaufen, resümiert Silvia Feusi. Rosalie habe kein Fieber und sei auf dem Weg zur Besserung. Leider habe die Polizei bislang noch keinen Fahndungserfolg erzielt.

«Rosalie akzeptiert die Situation, obwohl sie quasi zu einem Hamster mutiert ist», sagt die Katzenliebhaberin. Denn ihr Haustier müsse noch rund 14 Tage lang in einem Hamsterkäfig bleiben. «Erst dann kann sie sich in der Wohnung wieder frei bewegen.»

Wer ein Büsi sucht, muss nicht mehr lange warten

kk. Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren von Herrn und Frau Schweizer – beziehungsweise deren Kindern. Wer sich allerdings ein Jungtier kaufen will, hat nicht immer sofort Glück; denn je nach Jahreszeit gibt es eben gar nicht viele junge Büsi. Die meisten Würfe kommen im Frühling und im Herbst zur Welt – ganz egal, ob deren Eltern auf dem Bauernhof oder bei Züchtern leben.

Ernüchternde Suche

Diese Erfahrung hat auch Zoë Kan-Frass gemacht. Sie arbeitet in Zug und wohnt in Zürich, wünscht sich schon lange «Baby Cats», wie sie verrät. Eine erste Nachfrage bei Tierärzten zu Beginn dieses Jahres sei ernüchternd gewesen. Fündig geworden sind die Australierin und ihr Mann nun im Muotatal, dank dem Tipp eines Kollegen. «Am Wochenende haben wir die zwei kleinen Kätzchen ausgesucht, die in der ersten Maiwoche zu uns kommen werden.»

Service für die Bauern

Gibt es also ein Problem, wenn jemand Katzenbabys haben will? «Nicht grundsätzlich; das ist saisonabhängig», bestätigt Fabienne Risch vom Tierschutzverein Zug. Im Moment sei es noch schwierig, zu einem Kätzchen zu kommen. Doch bald beginne die nächste Saison. «Hauptsächlich im Sommer haben wir Katzenbabys hier, die einen Platz suchen.» Der Verein biete auch in diesem Jahr wieder eine Kastrationsaktion für Bauernhof- und frei lebende Katzen an. Dabei hätten die Bauern die Möglichkeit, ihre Katzen günstig und unkompliziert kastrieren zu lassen.

Es gebe aber immer wieder hochträchtige Tiere, die nicht kastriert werden könnten. Der Bauer könne das Weibchen im Heim lassen, wo es seine Jungen auf die Welt bringen und grossziehen könne. «Mit etwa neun Wochen werden die Mütter langsam von den Babys entwöhnt und anschliessend kastriert. Danach werden die Katzen wieder auf ihren Bauernhof zurückgebracht», erklärt Risch und fügt an: «Und die Kleinen werden dann von uns vermittelt. Das ist auch mit ein Grund, warum wir von April bis im Herbst immer viele Katzenbabys zum Vermitteln haben. Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir schon Babys – jetzt trotz des warmen Wetters noch keine. Bislang konnten wir sie noch immer gut platzieren und hatten noch nie zu viele Babys.»

Hinweis

Das Tierheim Allenwinden vermittelt Kätzchen: www.tsvzug.ch, Telefon 041 711 00 33.