ZUG: Kein Geld – Stadt verkauft Liegenschaften

Die Stadt Zug verkauft sechs Liegenschaften, um finanzielle Mittel für dringende Investitionen zu erhalten. Die aktuellen Mieter der Liegenschaften erhalten ein Vorkaufsrecht zu einem Preis von 10 Prozent über dem Schätzwert. Die Stadt erwartet Einnahmen von mindestens 5,9 Millionen Franken.

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Auch dieses Haus am Knopfliweg soll verkauft werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Auch dieses Haus am Knopfliweg soll verkauft werden. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der finanzielle Spielraum der Stadt Zug ist deutlich kleiner geworden. Um finanzielle Mittel für wichtige Investitionen zu erhalten, hat der Stadtrat den Verkauf von mehreren Liegenschaften der Stadt Zug beschlossen. Es handelt sich dabei um vier Einfamilienhäuser an der Hertistrasse, ein Mehrfamilienhaus mit Garage am Knopfliweg 8 sowie eine Eigentumswohnung an der Vorstadt 2, wie die Stadt Zug am Montag mitteilte.

Die Liegenschaften werden nicht für städtische Aufgaben eingesetzt und sie verursachen der Stadt hohe Unterhaltskosten oder bringen nur geringe Mietzinseinnahmen. Die aktuellen Mieter, die meistens schon seit Jahren in den betroffenen Liegenschaften wohnen, erhalten ein Vorkaufsrecht auf die Immobilien. Sie können die Liegenschaften zum ermittelten Schätzwert mit einem Zuschlag von 10 Prozent kaufen. Trotz dieses Zuschlages, der für die Vorzugsbehandlung bezahlt wird, profitieren die Mieter im Vergleich zu anderen potentiellen Käufern von einem tendenziell niedrigeren Preis, da der Schätzwert der Liegenschaften im derzeitigen Umfeld unter dem realen Marktwert liegt.

Massnahmen gegen Spekulationen

Damit die Liegenschaften nach dem Verkauf an die Mieter nicht zu Spekulationsobjekten werden, wird in den Verträgen eine Art Mehrwertabschöpfung während 20 Jahren vereinbart. Der Verkäufer muss bei einem Verkauf 50 Prozent des Erlöses, der über dem Kaufpreis und den getätigten Investitionskosten liegt, der Stadt Zug bezahlen.

Falls die aktuellen Mieter die Liegenschaften nicht erwerben, werden sie öffentlich ausgeschrieben. Die erwarteten Verkaufserlöse liegen bei Verkäufen an die aktuellen Mieter bei insgesamt mindestens 5,9 Millionen Franken und können noch höher ausfallen, falls es zu einer öffentlichen Ausschreibung kommt.

«Der Verkauf der Liegenschaften bringt der Stadt Zug die finanziellen Mittel, die sie für künftige Investitionen benötigt», sagt Stadtrat Karl Kobelt. «Zum Beispiel die Schliessung der Bauruine und die Sanierungen im Kolingeviert im Umfang von 12 Millionen Franken.»

Der Stadtrat ist sich bewusst, dass er mit dem Verkauf der Liegenschaften dem Markt einige wenige preisgünstige Wohnungen entzieht. Er hat dem Verkauf trotzdem zugestimmt im Wissen, dass in der Stadt weiter preisgünstige Wohnungen geschaffen werden: So in den Gebieten «Im Rank» und «Lüssi Göbli», wo rund 130 preisgünstige Wohneinheiten entstehen.

Ausserdem wird der Stadtrat noch in diesem Jahr aufzeigen, wie er die Initiative «Wohnen in Zug für alle» umsetzen und damit bessere Rahmenbedingungen für den Bau von bezahlbarem Wohnraum schaffen will.

Das Geschäft kommt nach den Sommerferien vor das Parlament. Stimmt dieses dem Verkauf zu, beginnen im September 2014 die Verhandlungen mit den bisherigen Mietern.

pd/zim