ZUG: Kiffen wird nur noch mit einem Kurs bestraft

Minderjährige Kiffer werden im Kanton Zug seit Anfang Jahr nicht mehr mit einer Busse bestraft. Wer mit einem Joint erwischt wird, muss stattdessen einen Kurs besuchen. Erste Erfahrungen sind positiv.

Drucken
Teilen
Kurs statt Busse: Für Minderjährige gilt im Kanton Zug seit Anfang 2013 ein neues Regime. (Bild: Keystone)

Kurs statt Busse: Für Minderjährige gilt im Kanton Zug seit Anfang 2013 ein neues Regime. (Bild: Keystone)

Seit Anfang 2013 gilt im Kanton Zug ein neues Regime: Minderjährige Jugendliche, die erstmals mit einem Joint erwischt werden, müssen nicht mehr eine Busse bezahlen, sondern einen Kurs besuchen. «Wir setzen nicht in erster Linie auf das Verhängen von Bussen, sondern auf die Aufklärung und die Früherkennung von suchtgefährdeten Jugendlichen», so Jugendanwalt Rolf Meier.

Alle Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die zum ersten Mal mit Cannabis erwischt werden, müssen einen Kurs besuchen. Der Kurs soll Jugendliche sensibilisieren und ihnen die Gefahren des Drogenkonsums aufzeigen. Vom Kurs ausgeschlossen sind Wiederholungstäter. Wer den Kurs absolviert hat, kann damit rechnen, dass das Strafverfahren abgeschlossen ist. Für die Kosten in der Höhe von 100 Franken müssen die Jugendlichen selber aufkommen.

Im vergangenen Jahr sind insgesamt 102 Mädchen und Knaben aus dem Kanton Zug wegen des Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt worden. 40 haben seit Anfang 2013 den Kurs besucht. «Die Erfahrungen sind bis jetzt sehr positiv», so Jugendanwalt Rolf Meier. «Natürlich fehlen noch Langzeiterkenntnisse, aber es lässt sich festhalten, dass die Mehrheit der Kursbesucher bisher nicht wieder straffällig geworden ist.»

Der Kurs: Darum geht es

Der Kurs, der von der Abteilung Jugendstrafverfahren der Staatsanwaltschaft und der Suchtberatung der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug entwickelt worden ist, besteht aus einer individuellen Beurteilung, einem Elternabend sowie drei Abendveranstaltungen und findet in der Suchtberatung der Gesundheitsdirektion statt. 8 bis 12 Jugendliche nehmen pro Kurs teil. Im Zentrum stehen einerseits das Aufzeigen von Risiken sowie andererseits das Erkennen und die Stärkung der eigenen Handlungsmöglichkeiten. Aber auch die juristischen Konsequenzen werden den Teilnehmenden klar gemacht.

«Jugendliche sind im Umgang mit Suchtmitteln nicht hilflos», so Ute Bahner, Projektleiterin in der Suchtberatung. «Deshalb wollen wir ihre Kompetenzen und Ressourcen stärken und so das Konsumverhalten beeinflussen.» Konkret soll das Risiko gemindert werden, Suchtmittel zur Stimmungsverbesserung oder zur Problemlösung zu gebrauchen. Im Sinne des Gesundheitsschutzes will der Kurs die Jugendlichen zu einem sicheren und verantwortlichen Konsumverhalten anregen und einen Stopp des Cannabiskonsums fördern.

pd/rem