ZUG: Kinder durch den Mediendschungel begleiten

In der Stadtbibliothek findet zurzeit eine Veranstaltungsreihe zum Thema Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen statt. Zum Auftakt der Reihe stand das Aufwachsen mit digitalen Medien im Fokus

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Komfortable Zeitungslektüre: Die neue E-Paper-App der «Luzerner Zeitung» und ihrer Regionalausgaben.

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All jene, die heute über 20 Jahre alt sind, erlebten die digitale Revolution Schritt für Schritt mit. Man konnte sich sukzessive an die sich rasant entwickelnde neue Welt adaptieren. Doch wie führt man Kinder und Jugendliche in diese Welt ein, die auf ­einen Schlag mit der ganzen ­Fülle der medialen Möglichkeiten konfrontiert werden? Wie begleiten Bezugspersonen Kinder und Jugendliche sinnvoll auf ihrer medialen Entdeckungs­reise? All diesen Fragen widmet sich derzeit eine Veranstaltungsreihe in der Stadt- und Kantonsbibliothek, die den Titel «Sicher und entspannt durch die digitale Welt – für Eltern Kinder und Jugendliche» trägt. Die Veranstaltungsreihe ist eine Zusammenarbeit verschiedener Behörden unter anderem der Stadt und des Kantons Zug sowie privater Vereine.

Den Auftakt zu dieser Veranstaltungsreihe machte vergangenen Mittwoch ein Inputreferat der Medienpädagogin Eveline Hipeli mit anschliessender Po­diumsdiskussion. Doch auch ­Hipeli hat keine einfachen Antworten auf all diese durchaus schwierigen Fragen. «Es gibt Leitplanken und Orientierungshilfen. Wichtig ist aber, dass jede Familie für sich eine gute Ba­lance findet», sagt sie dazu.

Konsum ist nicht gleich Kompetenz

Wichtig sei für Eltern ausserdem auch, zu verstehen, dass der Erstkontakt ihrer Kinder mit den digitalen Medien in immer jüngeren Jahren geschehe. Von da an gelte es, die Kinder bei ihren medialen Erlebnissen zu begleiten. Nicht erst wenn zu Hause Pro­bleme mit dem Medienkonsum auftreten. Hipeli betont, dass es beim Lernprozess der Kinder im Umgang mit Medien nicht nur um ein ausgeglichenes Zeitbudget zwischen sogenannten Primärerfahrungen in der analogen Welt und Sekundärerfahrungen in den Medien geht. Im Zentrum der pädagogischen Unterstützung der Kinder in der medialen Welt steht für sie die Entwicklung einer «umfassenden Medienkompetenz».

Die genaue Bedeutung dieses Begriffs wurde in den vergangenen Jahren laut der Medienpädagogin in Fachkreisen immer wieder kontrovers diskutiert. Mit dem neuen Lehrplan 21 einigten sich die Lehrkräfte auf ein gemeinsames Bündel an Fähigkeiten, die jedes Kind im Umgang mit Medien erwerben sollte. So etwa die Fähigkeit, mediale Inhalte kritisch zu hinterfragen oder die jeweiligen Beweggründe und Absichten der Medienschaffenden in ihre Beurteilung des Medieninhalts mit einzubeziehen. Hilfestellungen und Informationen dazu finden Bezugspersonen unter anderem auf dem Online-Informationsportal jugendundmedien.ch.

Miteinander Medien erleben

Viel Medienkonsum alleine führt jedoch noch nicht zu ausgeprägter Medienkompetenz. Auch das betont Eveline Hipeli in ihrem Referat. Deshalb hält die Medien­pädagogin Eltern auch dazu an, mit ihren Kindern über ihre medialen Erlebnisse zu sprechen und die Kinder bei ihren Erlebnissen zu begleiten. Also etwa mit dem Kind mal das Lieblings- Computerspiel mitspielen. Gerade mit diesem Thema beschäftigt sich dann ein weiterer Teil der Veranstaltungsreihe. Am 14. März nächsten Jahres lädt die Stadt- und Kantonsbibliothek Zug zum Games-Workshop für Eltern ein. Hier können sich nicht spielende Eltern oder andere Bezugspersonen mit dem Videospiel-Experten Marc Bodmer ein Bild von den Chancen und Risiken der Computerspiele machen und dabei einiges auch selbst ausprobieren.

 

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es online unter www.medienkompetenz.

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