ZUG: Kirche schreibt Plus statt Minus

Die Rechnung der katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug fällt besser aus als budgetiert. Die freut wohl auch einige Institutionen, die vom Geldsegen ebenfalls profitieren.

Charly Keiser
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Das Bruderhaus der St.-Verena-Kapelle und dessen Anbau sind fertigsaniert. Und dies ohne Kreditüberschreitung. (Bild: Stefan Kaiser (23. Mai 2017))

Das Bruderhaus der St.-Verena-Kapelle und dessen Anbau sind fertigsaniert. Und dies ohne Kreditüberschreitung. (Bild: Stefan Kaiser (23. Mai 2017))

Charly Keiser

charly.kleiser@zugerzeitung.ch

Statt wie erwartet mit einem Fehlbetrag von 533002 Franken schliesst die Rechnung 2016 der katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug mit einem Plus von 642739 Franken ab. Möglich machte dies einerseits eine Kostenunterschreitung von rund 355000 Franken und andererseits ein Ertragsüberschuss von rund 821000 Franken.

Die Mehreinnahmen sind ­primär auf höhere Steuereinnahmen bei den juristischen Personen von 246191 Franken und der natürlichen Personen von 465111 Franken zurückzuführen.

Höhere Steuereinnahmen als budgetiert

Mit diesem Rechnungsergebnis reiht sich die Kirchgemeinde in die Resultate der Einwohner­gemeinden des Kantons Zug ein. Denn alle elf Einwohnergemeinden weisen ein besseres Rechnungsergebnis aus als vorgesehen. In sechs davon hat sich das budgetierte Minus in ein Plus verwandelt wie bei der Stadtzuger Kirchgemeinde. Und auch die Einwohnergemeinden haben in erster Linie dank höherer Steuereinnahmen bessere Rechnungsabschlüsse erzielt.

Anders als in den Gemeinden fühlt sich jedoch die Kirche grundsätzlich verpflichtet, einen Teil des Geldsegens an Dritte weiterzugeben. «Hilfe zu leisten, wo dies notwendig ist, sollte eines der wichtigsten Anliegen unserer christlichen Gemeinschaft sein», schreibt der Kirchenrat in seiner Botschaft. Aufgrund des guten Jahresergebnisses habe er beschlossen, weitere Beiträge zu leisten, die in einem der folgenden Anträge an die Kirchgemeinde zur Abstimmung gebracht würden. Er habe sich vertieft mit der Vergabe auseinandergesetzt, postuliert der Rat weiter, der bei seinem Antrag ­folgende Zuwendungen machen will: 20000 Franken für Therapeutisches Malen für minderjährige Asylsuchende an die Pfarrei Bruder Klaus; der Gemeinschaft der Seligpreisung 30000 Franken für die Jugendarbeit; weitere 30000 Franken an die Inländische Mission für die Unterstützung für Pfarreien in der Schweiz sowie 30000 Franken an die Caritas für die Hilfe für Flüchtlinge in Griechenland und 10000 Franken an die Congrégation de Jésus et Marie (Pères Eudistes) für ein Landwirtschaftsprojekt in Afrika.

Bruderhaussanierung erfolgreich beendet

Ohne Kreditüberschreitung sind das Bruderhaus der St.-Verena-Kapelle und dessen Anbau saniert worden, wie die Abrechnung des entsprechenden Baukredits zeigt. Sie wird der Gemeindeversammlung zur Kenntnis gebracht.

Für den Umbau und die Sanierung der Bauhütte St. Oswald beantragt der Kirchenrat einen Baukredit von 897600 Franken. Bereits bewilligt wurde Ende 2014 ein entsprechender Projektierungskredit von 100000 Franken sowie ein Baukredit von 115500 Franken für die Renovation der Türme der St.-Verena-Kapelle.

Hinweis

Die Rechnungsgemeinde der ­Katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug findet am 13. Juni um 19.30 Uhr im Pfarreizentrum Bruder Klaus in Oberwil statt.