ZUG: Kleinkunst hebt ab ins Universum

Das Broadway-Variété katapultiert sich ins Universum der abgehobenen Kleinkunst. Das Publikum kommt in den Genuss einer unvergesslichen Show.

Martin Mühlebach
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Das Broadway-Variété begeistert mit dem neuen Programm. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 1. Juni 2017))

Das Broadway-Variété begeistert mit dem neuen Programm. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 1. Juni 2017))

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

«La Rakete – es gibt kein Zurück» lautet das Motto, unter dem sich das Originalspiel- und Verzehrtheater Broadway-Variété mit dem Publikum ins Universum ­katapultiert. Gestartet wird im Yachthafen Zug. Nach dem Check-in startet die Rakete mit Lichtgeschwindigkeit ins Weltall der unbegrenzten Fröhlichkeit. Commander Bonsai (Raphael Diener, CH) verspricht den Gästen an Bord: «Wir werden im unendlichen Universum schweben, gemeinsam über das Ziel hinausschiessen und die tiefsten Ebenen des menschlichen Daseins hinter uns lassen.»

Es sind keine leeren Phrasen. Nach virtuosen Musik- und akrobatischen Tanzeinlagen kriecht der Commander als Riesenschildkröte Adam auf die Bühne. Das urtümlich anmutende Tier verputzt genüsslich grunzend sein Grünzeug, worauf Adam poetisch zu philosophieren beginnt, ehe er politische News auf unnachahmliche Art und Weise ironisch untermalt.

Miss O (Olivia Weinstein) aus den USA unterhält das aus der Bordküche mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnte Publikum während der gesamten Raumfahrt mit umwerfenden Clownerien und akrobatischen Einlagen.

Zirkusreife Artistik

Miss Alien (Maude Parent, CAN) verliert ihr Rückgrat in einer sich hoch über den Zuschauern drehenden Luftkugel, in der sie sich schlangenähnlich lasziv krümmt. Schier unglaublich erscheint der Auftritt der Madame Aruhu (Laura Lippert, USA), die sich an den Haaren aufgehängt, graziös zwischen zwei Galaxien hangelt und gemäss der Crew «haarscharf an der Realität vorbeischrammt». Prof. Dr. Ed Ananab (Emil Dahl, SWE) balanciert gekonnt grossartige Formationen von Saturnringen auf dem Kopf, was ungläubiges Staunen und schliesslich fast endlosen Applaus auslöst. Die Special Agents Viola Bratschic (Claudia Kienzler, CH) und Niema (Bruno Altermatt, CH) massieren die Gehörgänge des Publikums mit virtuoser Livemusik, die eigens für die Show geschrieben wurde. Diese Musik ist sozusagen der Treibstoff der Rakete und der Sinne der Besatzung.

Die unvergessliche Raumfahrt endet mit dem absoluten Höhepunkt – der Wahl von The Sergio (Luca Botta, CH) zum ­Präsidenten des Universums. Mit einem temporeichen Wortschwall «merkelt» und «trumpelt» er seine Vorzüge und Weltanschauungen an, die ihn für dieses hohe Amt prädestinieren.

Harte Arbeit hat sich gelohnt

Erwähnenswert sind die in der Show verwendeten, mal altertümlich, mal futuristisch gebauten Maschinen und Geräte. Raphael Diener verrät: «Wir haben diese Maschinen und Geräte während der Winterpause selbst kreiert und gebaut.» Weiter erklärt er: «Die gesamte Besatzung von ‹La Rakete› hat Freude und Spass an ihrem Tun. Wir sind eine geschlossene Einheit, die ausgezeichnet harmoniert, und die nur das Ziel verfolgt, dem Publikum unvergessliche Stunden zu schenken. Dafür arbeiten wir intensiv und hart.»

Die Arbeit hat sich gelohnt. Der lang anhaltende Schlussapplaus des begeisterten Publikums ist der Beweis dafür.

Hinweis Das Broadway-Variété gastiert mit seinem Programm noch bis zum 24. Juni in Zug. Informationen und Tickets gibt es unter: www.broadway-variete.ch