Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: «Können es nicht mehr hören»

Die GLP übt Kritik am Zuger Stadtrat. Die Sanierung der Baarerstrasse zwischen Bahnhof und Metalli sei «ein Projekt der verpatzten Chancen».
Harry Ziegler
Die Chance zur Neugestaltung im Bereich Metalli (im Bild) habe der Stadtrat verpasst, kritisiert die GLP. (Bild Stefan Kaiser)

Die Chance zur Neugestaltung im Bereich Metalli (im Bild) habe der Stadtrat verpasst, kritisiert die GLP. (Bild Stefan Kaiser)

Harry Ziegler

«Der Kanton und die Stadt Zug können sich beim Wettbewerb um die schlechteste Strassensanierung im ­öffentlichen Raum bewerben. Ihre Chance, einen der Spitzenplätze zu belegen, ist gross.» Michèle Kottelat, Zuger GLP-Gemeinderätin, zeigte sich an der Sitzung des Grossen Gemeinderats vom Dienstag herb enttäuscht. Enttäuscht von der Antwort des Stadtrats auf ihre Motion «Es gibt auch ein Leben vor dem Stadttunnel», die sie zusammen mit ihrem Partei- und Gemeinderatskollegen Silvan Abicht vor gut einem Jahr eingereicht hat.

Ein Trauerspiel

Für Kottelat ist die Sanierung der Baarerstrasse zwischen Bahnhof und Metalli zum einen «ein Projekt der verpatzten Chancen», zum anderen ein Trauerspiel. Man befinde sich an der Baarerstrasse nicht in irgendeinem Industriequartier, sondern «im Herzen unserer Stadt». Sie frage sich ernsthaft, was für einen ersten Eindruck Besucherinnen und Besucher bekommen. Gemäss stadträtlicher Antwort handle es sich bei der Baarerstrasse um eine Kantonsstrasse, für deren Erneuerung oder Sanierung auch der Kanton zuständig sei. Aber: Sanierung – wie im Fall der Baarerstrasse – und Neubau einer Strasse seien zwei Paar Schuhe.

Zu technokratisch

Die Planer hätten bei der Sanierung nicht den gesamten Stadtteil «auf dem Radar gehabt». Vielmehr hätten sie sich «technokratisch, einseitig und punktuell» nur auf die Bedürfnisse von ZVB und WWZ beschränkt. Die Stadt habe dabei nur zugeschaut und sich nicht aktiv an der Planung beteiligt. Für Kottelat ist klar: Das städtebauliche Resultat ist genauso schlecht wie vor der Sanierung. «Die GLP erwartet mehr von der Stadtregierung», so die Gemeinderätin. «Eure ständige ‹Liegt nicht in unserer Kompetenz›-Haltung können wir nicht mehr hören.» Der Stadtrat mache es sich zu oft zu einfach, indem er den Schwarzen Peter dem Kanton zuschiebe. Immerhin scheint die Motion den Stadtrat aufgerüttelt zu haben. Er hat beim Kanton darauf hingewirkt, bei Projekten vermehrt einbezogen zu werden.

Zustimmung von links

SP-Gemeinderat Louis Bisig zeigte sich überzeugt, «dass sich die Stadt gerade jetzt vermehrt für verkehrsberuhigende Massnahmen» einsetzen müsse. «Die Ablehnung des Stadttunnels darf uns nicht daran hindern, über die Neugestaltung der Innenstadt nachzudenken», so Bisig. Auch er sprach von einer verpassten Chance, die Verbindungsachse Bahnhof/Metalli fussgängerfreundlich und einladend zu gestalten. «Rasche Entscheide auf politischem Weg sind kaum zu erwarten», so Bisig. Er hoffe aber, dass die Politik nicht zu einem raschen Entscheid gezwungen werde, denn «oft sind es Tragödien, die Entscheidungen erzwingen». Immerhin sei die Motion teilerheblich erklärt worden. Das Anliegen bleibe somit auf dem Tisch. «Und wir bleiben dran», so der SP-Vertreter.

«Es gibt ein Leben vor der GLP»

Der Stadtrat halte in seiner Motionsantwort richtig fest: «Es besteht in der Tat kein Handlungsbedarf», sagte Willi Vollenweider (SVP). Wer sei denn an einer zweckmässigen Gestaltung des Platzes interessiert? «Doch vor allem die Benützer des öffentlichen Verkehrs, die Fussgänger, die Velofahrer, Autofahrer und der Berufsverkehr.» Und die verschiedenen Wünsche und Ansprüche seien zurzeit «optimal erfüllt», erklärte Vollenweider. Wobei auch ihm bewusst sei, dass optimal bedeute, es nie allen recht machen zu können. Der Stadtzuger Bauchef habe die Interessen aller Anspruchsgruppen unter einen Hut zu bringen. Im Bereich Bahnhof-Metalli bestehe nun kaum der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung, wie ihn die GLP unnötigerweise anrege. Die Baarerstrasse sei eine Durchgangsstrasse in einem Geschäftsquartier. Die SVP lehne den unnötigen Vorstoss der GLP ab und folge dem Antrag des Stadtrats. «Und im Übrigen gab und gibt es auch ein Leben vor der GLP», schmetterte Gemeinderat Vollenweider abschliessend vom Rednerpult.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.