ZUG: Kollision der Zuger Musikszene

Handgemachter Sound: Ganze 22 Bands wurden im Kanton Zug während des Sommers auf Tonträger aufgenommen. Ende dieser Woche wird das Release der CD mit einem dreitägigen Festival gefeiert.

Carina Blaser
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Gracchus bereiten sich auf ihren Auftritt in der Galvanik vor. (Bild: Roger Zbinden (Zug, 11. Dezember 2016))

Gracchus bereiten sich auf ihren Auftritt in der Galvanik vor. (Bild: Roger Zbinden (Zug, 11. Dezember 2016))

Carina Blaser

redaktion@zugerzeitung.ch

«CD Verkauf, Bands die rocken, Mikrofone und viel Prost!» – eine Ansage, die viel Vorfreude macht. Hinter diesem Schlachtruf steckt die Leitfigur des Neue Zuger Sampler-Projekts, Björn Bredehöft, und dient als Vorbote der «Zuger Sessions Volume 1», einem dreitägigen Festival in der Galvanik Zug. Der dortige Tontechniker hat die Sommerpause nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern sich einem aufwendigen Ziel verschrieben. So wurde die kühle, leere Galvanik im Sommer zur kreativen Musikproduktionsstätte. «Die Zuger Bandszene schien mir nicht mehr greifbar, deshalb habe ich mir einen Weg überlegt, die Bands wieder näher zusammenzubringen», so Bredehöft.

Akustische «Übersicht» über die Zuger Musikszene

Der Tontechniker bediente sich einer besonderen Taktik. Da er es liebt, mit Bands Aufnahmen zu machen, reifte in ihm die Idee eines Samplers, welcher die Zuger Bandszene auf einer runden Scheibe vereinigen soll. Insgesamt 22 Bands sind nun schlussendlich auf dieser Platte zu hören. Sie wird mit einer Abspieldauer von 78 Minuten und 30 Sekunden randvoll gefüllt sein mit Stimmen der Zuger Musiker. «Grundsätzlich sind es meine 22 Lieblingsbands», erklärt Bredehöft, «die Kriterien waren einfach. Die Bands sollen aus dem Kanton stammen, in der hiesigen Bandszene aktiv sein und handgemachte Musik produzieren.» Ziel der Platte ist es, dass sie einen Überblick schaffen soll über das kreative Schaffen im Kanton Zug im Musikbereich, und zwar von Rock bis Pop. «Das Hören macht sehr viel Spass. Die CD ist extrem abwechslungsreich geworden», so Bredehöft.

Von Mai bis November war es also nicht wie gewohnt ruhig in der Galvanik Zug, sondern es wurde gerockt bis zum Umfallen. Das Projekt Zuger Sampler folgte einem klaren Konzept. Die Bands hatten alle die gleichen Voraussetzungen – ein Zeitfenster von sechs Stunden musste reichen für den Soundcheck und die Aufnahmen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden die Stücke dann abgemischt und gemastert.

Für die Platte sollte ein Mittelweg gefunden werden zwischen trashigen Livemitschnitten eines Konzertes und einer Studioproduktion. Deshalb beschreibt Bredehöft die CD auch als «rohes und ehrliches Werk», welches den rauen Klang der Galvanik gratis als Kostprobe mitliefert.

Der Spirit einer Livesession

Gelernt hat der Tontechniker insbesondere eines: Weniger ist mehr. Im Tonstudio werden viele Mikrofone eingesetzt. Das Projekt Zuger Sampler setzt auf Ehrlichkeit, und es wurde sehr reduziert gearbeitet. Dass auch die Musiker selber Spass an der Sache finden, wird deutlich, als bei 22 Bandanfragen ein Schlussstrich gezogen werden musste. «Normalerweise sind Tonaufnahmen sehr teuer. Dank dem Zuger Sampler-Projekt konnten wir gratis einen Song aufnehmen, das ist super», meint Allan Murphy von der Band Gracchus und betont, dass es in der relaxten Aufnahmesituation vor allem auch darum ging, den Spirit einer Livesession einzufangen.

Nun soll diese Woche während dreier Tage auf zwei Bühnen das Projekt Zuger Sampler gefeiert werden. 21 Bands werden zusammenkommen und werden hoffentlich, so Bredehöft, für eine mega Sause sorgen. Zwischen 20.15 Uhr und 2 Uhr morgens wird abwechselnd auf der Clubbühne und im Saal der Galvanik gespielt. «Eine halbe Stunde Spielzeit pro Band, 15 Minuten Pause zum Bier holen. So gestaltet sich der Abend», meint Projektleiter Bredehöft. Er freut sich auf Konzerte, bei denen die Fetzen fliegen werden und eine Menge Leute massig Spass haben. Die Andeutung ­Volume 1 lässt eine Fortsetzung des Projekts vermuten.

Hinweis

Konzerte: Do 15. 12.: Gracchus –Thin & Crispy, Troubadueli, Öz Ürügülü, Frontal; Fr 16. 12.: A.k.a. Unknown, Oals, Stubenrein, Etienne Merula, Mothership Caldonia, Margrit Garlic, Stuck in Traffic, Troimer; Sa 17. 12.: Welträumer, Blue Moon, Rundfunk, Ramon Clau, Mindcollision, R we alone?, Humanoids, Preef (Tickets zu 15/20 Fr. oder Festivalpass zu 40 Fr. Infos: www.galvanik-zug.ch