ZUG: Korruptionsskandal: Kontrolle hat begonnen

Das Amt für Informatik und Organisation könnte in einen Korruptionsfall verwickelt sein. Bereits am Freitagmorgen standen die Kontrolleure im Büro.

Christian Glaus
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Finanzdirektor Peter Hegglin: «Wir sind zu Transparenz und Klarheit verpflichtet.»

Finanzdirektor Peter Hegglin: «Wir sind zu Transparenz und Klarheit verpflichtet.»

Am Freitagmorgen um 7.45 Uhr erschienen Mitarbeiter der kantonalen Finanzkontrolle beim Zuger Amt für Informatik und Organisation (AIO). Sie untersuchen die Vorwürfe, wonach das Amt in einen Korruptionsfall verwickelt sein könnte. Am Donnerstag hatte der «Tages Anzeiger» berichtet, dass bei der Vergabe von Informatik-Aufträgen im Staatssekretariat für Wirtschaft Seco möglicherweise Korruption im Spiel sei. Am Nachmittag informierte der Journalist die Zuger Finanzdirektion: Es gebe Hinweise, dass auch das AIO involviert sei. Darauf deute ein Zahlungsbeleg, der das Seco belastet. Auf dem Zettel stünden die Buchstaben «AIO».

«Ich weiss zwar nicht mehr als im Zeitungsbericht stand, aber wir sind zu Transparenz und Klarheit verpflichtet», begründet Finanzdirektor Peter Hegglin sein schnelles Handeln. Schon der Korruptionsvorwurf allein genüge, um dem Ansehen der Verwaltung zu schaden. «Nun geht es darum zu klären, ob die bezahlten Leistungen auch von der Firma erbracht wurden und ob die Verträge nachvollziehbar sind.»

Die Finanzkontrolle hat inzwischen erste Mitarbeiter des AIO befragt. Weitere Einzelinterviews sollen folgen. Zudem forderte die Finanzkontrolle zahlreiche Unterlagen ein. Dazu gehören Verträge mit der Informatikfirma, Offerten und ergänzende Unterlagen.