ZUG: Krebsstrategie des Kantons auf Kurs

Die Mehrheit der Zuger Bevölkerung kennt die Krebsrisiken, wie eine aktuelle Bevölkerungsbefragung zeigt. Dazu beigetragen haben auch die Aufklärungsarbeiten des Kantons.

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Ein Radiologe sieht sich die Röntgenbilder einer weiblichen Brust an. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Ein Radiologe sieht sich die Röntgenbilder einer weiblichen Brust an. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Krebserkrankungen seien heute die zweithäufigste Todesursache der Schweiz, so die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug. Deshalb hat die Gesundheitsdirektion 2010 eine Krebsstrategie für die Jahre 2010 bis 2015 formuliert, welche von der Prävention über die Behandlung bis zur Palliative Care konkrete Ziele vorgibt.

Vernetzte Akteure

Zug ist der einzige Kanton in der Schweiz, der über eine Krebsstrategie verfügt. Zu den Zielen gehören unter anderem der bessere Schutz vor Hautkrebs, die Thematisierung von Krebs in der Schule oder die Gewährleistung der psychosozialen Betreuung von Krebskranken. Zur Halbzeit des Programms hat der Kanton eine Zwischenevaluation vorgenommen. Die Zwischenergebnisse würden zeigen, dass bei der Krebsvorsorge und -früherkennung, der Betreuung von Krebskranken und bei der Etablierung von Palliative Care das Angebot für Zugerinnen und Zuger verbessert werden konnte. Die Gesundheitsdirektion führt dies unter anderem auf die gezielte Vernetzung der Akteure zurück.

Ein Schwerpunkt der Strategie ist die Hautkrebsprävention. Deswegen unterstützte der Kanton Informationsveranstaltungen der Krebsliga finanziell. Dabei lernten Kinder, Jugendliche und Eltern beispielsweise in der Badi oder am Jugitag, wie sie sich vor der Sonne schützen können.

Umgang mit Risiko unterschiedlich

Die Befragung zeigt laut der Gesundheitsdirektion, dass die Zuger Bevölkerung sensibilisiert ist was das Thema Krebsfrüherkennung anbelangt. Rund 54 Prozent der Befragten kennen die Mammographie, 42 Prozent die Hautuntersuchung und 38 Prozent gaben an, den Krebsabstrich zu kennen. Die Ergebnisse der telefonischen Befragung von 1'000 Zugerinnen und Zugern zeige aber auch, dass deutliche Unterschiede beim Verhalten bestehen würden. Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass ältere, gebildete und gutsituierte Menschen der Krebsthematik deutlich mehr Beachtung schenken als jüngere und weniger gut gebildete Personen. Deshalb will die Gesundheitsdirektion mit einer Informationsbroschüre ab September gezielt auch diese Bevölkerungsgruppen ansprechen.

Früherkennung ermöglichen

Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, dest besser sind die Heilungschancen. Deshalb können im Kanton Zug die 50- bis 69-Jährigen seit dem 1. Juli 2013  Vorsorgeuntersuchungen gegen Darmkrebs vornehmen lassen. Die Gesundheitsdirektion prüft auch das Angebot eines Mammographie-Screening-Programmes zur Früherkennung von Brustkrebs. Dies soll im Verbund mit Nachbarkantonen geschehen, um Synergien zu nutzen und die Qualität zu sichern.
 

Mammographie-Screening

Mammographie-Screening bezeichnet die mammographische Reihenuntersuchung von Frauen, die nicht an Veränderungen oder Beschwerden der Brüste leiden. Die Untersuchungen, zu denen die Frauen eingeladen werden, werden im Rahmen von Programmen durchgeführt, welche klar definierte Qualitätsanforderungen erfüllen müssen. Ziel ist es, eventuelle Veränderungen frühzeitig zu entdecken.

pd/spe