Zug
Künstlerin regt zum Nachdenken über das koloniale Erbe an

Am See in Zug lädt eine besondere Installation zur Reflexion über wichtige Fragen eines sozio-kulturellen Themas, welches heutzutage virulenter denn je ist.

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Die Künstlerin Cilgia Rageth und ihre Installation «Nachdenken über das koloniale Erbe» am See beim Landsgemeindeplatz

Die Künstlerin Cilgia Rageth und ihre Installation «Nachdenken über das koloniale Erbe» am See beim Landsgemeindeplatz

Bild: Matthias Jurt (Zug, 11. November 2021)

(fae) Seit rund 20 Jahren beschäftigt sich die Berner Künstlerin Cilgia Rageht mit der Frage, wie die Lebensbedingungen vergangener Zeiten waren und was es für Voraussetzungen brauchte, damit 1,3 Milliarden Menschen die Menschenzoos gegen Eintrittsgeld ganz selbstverständlich besuchen gingen und dabei nichts Seltsames empfanden. Ferner will sie erörtern, wieviel von dieser mentalen Prägung heute noch in uns schlummert.

Im Herbst 2019 sei ihr die finale Idee gekommen, wie sie diese Fragestellungen zu einer partizipativen Kunstinstallation verarbeiten könnte, sagt die Künstlerin. «Das erste Jahr war einerseits gefüllt mit der Produktion wie auch der Erprobung dieser wandernden Freiluftinstallation und andererseits mit der Organisation erster Standorte.» Für viele Menschen der peripheren Regionen geschehen bei der Installation die Konfrontation mit den Themen Söldnerwesen und Menschenzoos als unserem mentalen Erbe zum erstenmal. «Dieser Erstkontakt wird bei vielen Menschen, die betroffen reagieren, einen Auseinandersetzungsprozess auslösen», ist Cilgia Ragehtüberzeugt. «Und wahrscheinlich bringt es eben auch die Menschen, welche den Themen der Installation ablehnend gegenüberstehen zum Nachdenken über das koloniale Erbe.»

Selber sei sie nach wie vor überzeugt von der Wichtigkeit, diese Thematik ins Gespräch zu bringen respektive in der Diskussion einzuführen und zu halten. Mehr zum Projekt und den Standorten unter www.cilgiaragethkunst.ch

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