ZUG: Kunsthaus: Es ist jetzt fünf nach zwölf

Noch ist auf dem Areal des alten Kantons­spitals ein neues Museum ­geplant. Doch nun steht die ­Suche nach Alternativen auf der Agenda.

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Ein Blick in eine vergangene Ausstellung im Kunsthaus Zug. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Ein Blick in eine vergangene Ausstellung im Kunsthaus Zug. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Wolfgang Holz

Es ist noch topsecret. Denn es handelt sich um eine absolut «heikle» Angelegenheit. So viel ist zum jüngsten Regierungsratsbeschluss bereits durchgesickert, der die Zukunft eines neuen Kunsthauses auf dem Areal des alten Kantonsspitals betrifft. Auch aus dem Stadtrat ist zumindest so viel zu erfahren, dass es im März auch um das Thema Alternativen zum Kunsthaus gehen wird dann wird über den Bebauungsplan im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug debattiert. Denn klar ist: Die Uhren zeigen inzwischen mehr als fünf nach zwölf für eine Realisierung eines Kunsthauses im Süden der Stadt.

«Vierte Kraft» nicht gefunden

Grund: Jene viel beschworene «vierte Kraft», die das Kunsthaus Zug bis Ende Jahr hätte präsentieren sollen, ist nach wie vor nicht in Sicht. Bekanntlich sollte diese ominöse «vierte Kraft», auf gut Deutsch ein Supermäzen, zwischen 15 und 20 Millionen Franken auf den Tisch legen. Dann, und nur dann, würden Stadt und Kanton jeweils 5 Millionen Franken an den Bau eines neuen Museums beisteuern. Zusammen mit dem Verkauf des jetzigen Kunsthauses an der Dorfstrasse für 10 Millionen Franken und weiteren 7 Millionen von Gönnern wäre dann eine Finanzierung möglich. Doch das Zuger Kunsthaus hat nun jene «Conditio sine qua non», wie Baudirektor und Landammann Heinz Tännler die unerlässliche Bedingung für ein neues Kunsthaus genannt hat, nicht erfüllt. Wenigstens kann die Zuger Kunstgesellschaft bei ihrer Generalversammlung am 29. Januar nach all den Personalquerelen der letzten Monate einen neuen Präsidenten in Gestalt von Richard T. Meier aus Hünenberg zur Wahl präsentieren. Dieser erfüllt laut Kunstgesellschaft zwar das Kriterium einer «über den Parteien stehenden, weitherum anerkannten Persönlichkeit». Doch allein das reicht offenbar nicht aus für ein neues Kunsthaus. Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren ist, steht deshalb die Planung eines solchen nicht mehr im Vordergrund für die Neubebauung des Spitalareals. Damit stellt sich die Frage nach alternativen öffentlichen Nutzungen. Denn eine öffentliche Nutzung sieht der Bebauungsplan explizit vor.

Was also käme in Frage? Ein Kino? Zugs Kinobesitzer Adrian Hürlimann hat diese Lage für ein weiteres Lichtspieltheater längst verworfen: «Zu wenig Personenfrequenz, zu weit weg vom Stadtzentrum.» Er konzentriert sich auf den anvisierten Kinostandort in Baar. Einen Konzert- und Theatersaal gibts schon im Casino. Ein Hotel plus Gastronomie sieht der Bebauungsplan bereits an anderer Stelle vor. Ebenso wie Wohnungen verschiedener Kategorien. «Das Areal offeriert eine erstklassige Wohnlage am See. Ich würde dafür plädieren, dass man jetzt, da das Projekt für ein neues Kunsthaus an diesem Standort wahrscheinlich nicht realisiert werden kann, Raum für weitere Mietwohnungen für den Mittelstand schafft», schlägt FDP-Politiker Andreas Kleeb vor.

Wie es offiziell weitergeht, darüber «werden wir zu gegebener Zeit informieren», wie Stadtrat André Wicki gestern Abend mitteilte.