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ZUG: Landis + Gyr reagiert auf Spekulationen

Der Zuger Stromzählerhersteller gibt ungewöhnlich detaillierte Zahlen zum Geschäftsgang bekannt. Die wichtigste Frage lässt die zum japanischen Toshiba-Konzern gehörende Landis + Gyr jedoch unbeantwortet.
Produktion eines Stromzählers am Hauptsitz von Landis + Gyr in Zug. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zug, 3. August 2011)

Produktion eines Stromzählers am Hauptsitz von Landis + Gyr in Zug. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zug, 3. August 2011)

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch

Seit Wochen hält sich die Spekulation hartnäckig: Der Zuger Stromzählerhersteller Landis + Gyr könnte verkauft werden. Grund: Der Mutterkonzern Toshiba ist in finanziellen Nöten. Reuters berichtete am Dienstag, dass Landis + Gyr mit den Ergebnissen hinter den Erwartungen liege. Möglicherweise müsse Toshiba umgerechnet 900 Millionen Franken abschreiben, liess sich ein anonymer ­Manager einer Gläubigerbank zitieren. To­shi­ba hatte das Zuger Industrieunternehmen 2011 übernommen. In den Jahren zuvor hat Landis + Gyr einige Besitzerwechsel erlebt (siehe Text rechts).

Bei Kunden und Lieferanten von Landis + Gyr sorgten die Spekulationen für Verunsicherung. Darum hat die Firma gestern mit einer Medienmitteilung reagiert. Die Hauptbotschaft: Landis + Gyr ist weiterhin auf Wachstumskurs, generiert Cash und ist im Budget. Ungewöhnlich ausführlich für eine Tochterfirma eines börsenkotierten Konzerns gibt Landis + Gyr Auskunft über das laufende Geschäftsjahr, das am 31. März 2017 endet. Man erwarte einen Umsatz in der Höhe von 1,64 Milliarden Dollar, gegenüber 1,569 Milliarden im Vorjahr. Dies entspreche einem Wachstum von fast 5 Prozent zum Vorjahr, in dem das Unternehmen um 3,3 Prozent gewachsen war. Trotz Margendruck in Europa werde sich der höhere Umsatz in einem zum Vorjahr weiter gesteigerten operativen Gewinn niederschlagen, gibt die Firma bekannt. Der Auftragsbestand liegt bei 2,4 Milliarden Dollar.

Schulden wurden drastisch reduziert

«Trotz eines schwierigen Marktumfelds und negativer Währungseinflüsse konnten wir einmal mehr die Effektivität unserer weltweiten Organisation unter Beweis stellen, indem wir schneller wachsen als der Markt», lässt sich CEO Andreas Umbach zitieren. Man habe ausserdem im laufenden Geschäftsjahr selber finanzierte Investitionen in Forschung und Entwicklung in der Höhe von rund 160 Millionen Dollar getätigt. Seit der Übernahme durch Toshiba habe Landis + Gyr die Schulden um 550 Millionen Dollar reduziert, erklärt die Firma weiter. Zudem verfüge man mit einem Eigenkapitalanteil von 65 Prozent per Ende 2016 über «eine sehr solide Bilanz». Die Nettoverschuldung beträgt aktuell weniger als 200 Millionen Dollar und liegt damit im Rahmen des jährlichen Gewinns auf Ebitda-Stufe. Das Unternehmen mit 350 Angestellten in Zug erwartet für das laufende Jahr – wie in den fünf vorangegangenen Jahren – einen Cashflow von rund 100 Millionen Dollar. Hinzu kommt, dass die Zuger Firma in den letzten Monaten einige gewichtige Aufträge etwa in Spanien und Österreich an Land gezogen hat, wie Firmensprecher Thomas Zehnder bestätigt: «Diese sowie weitere Deals haben einen Wert von jeweils 50 bis 200 Millionen Dollar.»

Von den Herausforderungen, gegen die Toshiba aktuell kämpfe, sei Landis + Gyr nicht betroffen, betont man in Zug. Toshiba leidet unter Milliardenabschreibungen auf das angeschlagene US-Atomkraftwerk-Geschäft. Der japanische Industriekonzern hat vor zehn Tagen eine Wertberichtigung von umgerechnet 6,3 Milliarden Franken auf sein US-Atomgeschäft angekündigt. Das Ende März endende Geschäftsjahr wird Toshiba daher voraussichtlich mit einem Nettoverlust von rund 3,4 Milliarden Franken abschliessen. Ausserdem wirkt noch ein Bilanzskandal aus dem Jahr 2015 nach.

Die Frage, ob Toshiba angesichts dieser Entwicklung bereit sein könnte, die wachsende und profitable Tochter Landis + Gyr zu verkaufen, um so schnell an Geld zu kommen, kann man in Zug nicht beantworten. «Das entscheidet letztlich Toshiba», erklärt Firmensprecher Zehnder. Beim Kauf vor sechs Jahren hatte Toshiba 2,3 Milliarden Dollar für Landis + Gyr bezahlt.

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