Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Leisere Töne am Chrööpfelimee in der Zuger Altstadt

Auf die Guggenmusig folgt Chorgesang. Die Altstadt wird zur grossen Bühne, auf der neun Chöre Frischvermählte besingen.
Basil Koller
Die Gruppe I Cantarelli gibt alles und wird für die schönen Lieder mit einem Korb voller Gaben beschenkt. (Bild Werner Schelbert)

Die Gruppe I Cantarelli gibt alles und wird für die schönen Lieder mit einem Korb voller Gaben beschenkt. (Bild Werner Schelbert)

Das Konfetti ist noch nicht ganz von den Strassen verschwunden, da wird die Zuger Altstadt erneut mit Musik belebt. Am Chrööpfelimee sind die Töne jedoch etwas ruhiger und leiser. Seit über 150 Jahren gibt es diesen Brauch, der jeweils eineinhalb Wochen nach der Fasnacht stattfindet. Die Idee ist schnell erklärt: Die Chöre ziehen von Fenster zu Fenster und singen ihre Lieder. Am Fenster steht ein frisch vermähltes Paar, das sich für den Gesang mit Wein und Krapfen bedankt. Diese Chrööpfeli geben dem Brauch auch seinen Namen. Das Chrööpfelimee wird seit 2009 durch die Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute der Stadt Zug organisiert. Sie koordiniert die Gesangsgruppen und ist Ansprechperson für die Paare, die besungen werden wollen.

Traditionen und eine Premiere

Dass der Brauch in Zug fest verankert ist, zeigt sich auch am Beispiel der «Ten Sing» aus Baar. Sie sind die mit Abstand jüngste Formation, nehmen aber trotzdem schon viele Jahre am Chrööpfelimee teil. Samantha Köpfli meint: «Es ist einfach jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes, hier zu singen.» Der Brauch ist zwar alt, aber dieses Jahr gibt es eine Premiere. In der Schwanengasse hat sich der Frauensportverein Frohmut Zug erstmals mit einem Stand positioniert, wo Punsch und Chrööpfeli angeboten werden; das Angebot findet sichtbaren Anklang. Nach dem Einbruch der Dunkelheit verstärkt sich die besondere Stimmung noch einmal deutlich. Dann werden nämlich die roten Laternen besonders gut sichtbar, welche an jedem Fenster eines Paares angebracht werden. Auch für das Publikum ist das Chrööpfelimee ein ganz besonderes Erlebnis. So gibt es die Möglichkeit, die ganze Altstadt als eine Konzertbühne zu erleben, oder aber einfach an einem Ort sämtlichen Gruppen zuzuhören. Und es wird nicht nur aufmerksam zugehört, sondern auch eifrig geknipst, geklatscht und mitgelacht. Die besondere Position der Singenden hat ebenfalls ihren Reiz. Für einmal singen die Chöre nicht von einer Bühne auf ihr Publikum herab, sondern zu einem Fenster hinauf. Und ein Grossteil der Zuhörer steht direkt neben den Sängerinnen und Sängern.

A-Cappella-Gesang

Bei nicht allzu tiefen Temperaturen machen sich die neun Gruppen auf, die elf Paare mit Liedern zu besingen. Es sind Liebeslieder, deren Texte manchmal noch Anpassungen an den Brauch erhalten haben. Akustisch besonders gut funktionieren die A-Cappella-Gesänge in den engen Gassen der inneren Altstadt. Meist befindet sich zwischen den ausgewählten Fenstern auch genügend Abstand, damit sich zwei Chöre nicht allzu stark in die Quere kommen. Nur in der Unter-Altstadt, wo zwei Fenster zu nahe beieinander liegen, mischt sich manchmal der Gesang. Die Sängerinnen und Sänger sind kostümiert und können ab und zu auch mit kleinen Choreografien überraschen. Zum Schluss bedanken sich die Chöre artig mit einem weiteren Lied für Speis und Trank, bevor sie zum nächsten Fenster weiterziehen. Das Geben und Nehmen funktioniert beim Chrööpfelimee eben auf ganz besondere Art und Weise.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.