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ZUG: Letztmals wurde bei einer Verfolgungsjagd geschossen

Nur im äussersten Notfall greifen Polizisten zur Waffe – alternativ sind dafür Elektroschocker im Einsatz.
Die Polizisten werden regelmässig zum Schiesstraining gebeten. (Archivbild Stefan Kaiser)

Die Polizisten werden regelmässig zum Schiesstraining gebeten. (Archivbild Stefan Kaiser)

Polizisten der Schweizer Polizeikorps haben im vergangenen Jahr insgesamt elfmal einen Schuss aus der Dienstwaffe abgegeben, wie die aktuelle Statistik der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) ausweist. «Im Kanton Zug wurde letztmals 2011 ein Schusswaffeneinsatz registriert», informiert Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden.

Damals wollten Beamte mittels Polizeisperre ein Auto aufhalten, in dem zwei mutmassliche Täter sassen, die zuvor im Einkaufszentrum Emmenbrücke (LU) einen Einbruch verübt hatten. Die Täter durchbrachen die Absperrung bei der Verfolgungsjagd gab die Zuger Polizei drei gezielte Schüsse auf die Reifen ab. 2012, 2013 und 2014 haben Zuger Beamte im Dienst nie geschossen, so Schlatter. Alternativ wenden die Beamten Elektroschockpistolen, auch Taser genannt, an: im vergangenen Jahr einmal (2011: 1 Einsatz, 2012: 0, 2013: 2).

Gesetz regelt Waffengebrauch

Nach Angaben des Polizeisprechers tragen alle Zuger Polizisten (254 Personaleinheiten) eine Schusswaffe. Zudem sind alle Sicherheitsassistenten (14,3 Personaleinheiten) mit einer Waffe ausgerüstet, so auch einige Zivilangestellte.

Wann darf ein Polizeibeamter überhaupt schiessen? Hier macht das Polizeigesetz Angaben. «Die Polizei kann, wenn andere verfügbare Mittel nicht ausreichen, in einer den Umständen angemessenen Weise von der Schusswaffe Gebrauch machen», heisst es dort.

Das ist beispielsweise gemäss Gesetz dann der Fall, wenn Polizisten durch einen gefährlichen Angriff unmittelbar bedroht sind oder gefährlich angegriffen werden. Auch wenn Personen ein schweres Verbrechen begangen haben oder eines solchen dringend verdächtigt sind, darf geschossen werden, wenn die Täter fliehen wollen.

Das Polizeigesetz hält fest, dass dem Waffengebrauch ein deutlicher Warnruf oder Warnschuss vorausgehen muss, sofern die Situation es zulässt. «Unsere Frontkräfte müssen pro Jahr fünf Schiessprüfungen absolvieren und ­diese bestehen», sagt Schlatter. Wer mehrmals die Minimalpunktzahl nicht erreicht, muss als letzte Konsequenz die Waffe abgeben.

Seit 2012 neue Waffen im Einsatz

2012 wurden alle Waffen der Zuger Polizei ausgetauscht: Neu tragen die Beamten eine halb automatische ­Pistole der Marke Glock 17, die je nach Ausführung ein Magazin mit 17 bis 33 Patronen besitzt. Im Einsatz ist auch die Glock 26, die ein Zehnschussmagazin besitzt. Zuvor war eine Waffe der Firma Sig-Pro im Gebrauch: «Sie wurde rund zehn Jahre lang genutzt», sagt Marcel Schlatter.

«Den Umgang mit der Dienstwaffe und das richtige Verhalten in Stress- und Notsituationen trainieren wir regelmässig, denn jeder Handgriff muss sitzen», betont der Polizeisprecher. «Zudem trainieren sie verschiedene Einsatzszenarien. Die Schusswaffe setzen wir nur im äussersten Notfall und als letztes Mittel ein.» Und Schlatter weiter: «Jeder Einsatz muss verhältnismässig sein. Wir legen grossen Wert auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.»

Luc Müller

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