ZUG: Leuchtendes Emblem verstört Anwohner in Baar

Zu viel des Grellen? Das selbstleuchtende Logo der WWZ beim Unterwerk Herti stösst einigen Anrainern sauer auf. Ist die Kritik berechtigt?

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Der Schriftzug ist auf dem Foto nicht erkennbar - umso mehr aber der Fakt, dass das Logo weit in den Abendhimmel hinausstrahlt. (Bild: Stefan Kaiser)

Der Schriftzug ist auf dem Foto nicht erkennbar - umso mehr aber der Fakt, dass das Logo weit in den Abendhimmel hinausstrahlt. (Bild: Stefan Kaiser)

Die Wasserwerke Zug (WWZ) versor­gen den Kanton Zug und die umliegenden Regionen mit Wasser, Telekommunikation und Energie. Die Anwohner rund um den Neuhof in Baar nahe der Stadtgrenze beliefert das Traditionsunternehmen vor allem aber mit jeder Menge Licht. Das Unterwerk Herti, das noch nicht in Betrieb ist und dessen Neubau noch einige Monate andauert, gibt bereits zu reden: Kritische Stimmen klagen über eine selbstleuchtende Werbeschrift. Als «störend und unnötig» wird diese von einigen Anwohnern deklariert.

Gesetzlich geregelt bis ins Detail

Um herauszufinden, ob sich die Beschwerenden im Recht wägen können, muss man ordentlich Gesetzesartikel wäl­zen. Geregelt ist alles typisch Schweiz – doppelt und dreifach: auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene.

Die vielen Regelungen betreffend Lichtemissionen erfüllen ihren Zweck zum Schutz der Natur: Gerade die in Zug seit 2012 verbotenen Skybeamer und andere himmelwärts gerichtete Lichtquellen, aber auch gewöhnliche Strassenlaternen sorgen nicht nur bei Passanten, sondern vielmehr im Reich der nachtaktiven Tiere und Zugvögel für Irritationen.

Im Bundesgesetz über den Umweltschutz steht im zweiten Absatz des elften Artikels: «Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.» Absatz drei desselben Artikels schreibt vor: «Die Emissionsbegrenzungen werden verschärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden.»

In der Praxis sind es jedoch die Gemeinden, die den Firmen auf die Finger schauen. Werbeflächen wie beispielsweise Plakatwände, selbstleuchtende Reklamen wie eben diese oder Aussenwerbungen müssen allesamt kommunal bewilligt werden. Das Kantonale Einfüh­rungsgesetz zum Bundesgesetz über den Umweltschutz hält fest, dass die zustän­dige Behörde in ihre Bewilligungen Be­dingungen und Auflagen zur Begrenzung von Lichtemissionen aufnehmen kann. So geschehen auch in Baar, wie Gemeinderat und Bauchef Paul Langenegger bestätigt: «Wir haben das Reklamegesuch bewilligt unter der Auflage, dass das Logo in der Nacht zwischen 24 und 6 Uhr nicht leuchten darf.» Von Reklamationen höre Langen­egger zum ersten Mal.

«Dimmer wird aktuell eingebaut»

Die Wasserwerke Zug würden sich nämlich strikt an diese Bedingungen halten: «Wir schalten die Leuchtschrift heute bereits um 23 Uhr aus», nimmt Robert Watts, Leiter Kommunikation und Marketing, Stellung. Auch die WWZ haben im Anschluss an die Inbetriebnahme festgestellt, dass das Logo zu hell sei und bereits Mitte Dezember ein entsprechendes Vorschaltgerät bestellt, wie Watts mitteilt. «Dieser Dimmer wird aktuell eingebaut. Die Helligkeit der Leuchtschrift sollte somit in den nächsten Tagen reduziert werden können», sagt der Kommunikationsleiter weiter.

Die Irritationen dürften also zu einem ebenso baldigen wie ruhigen Ende finden. Denn die Werbeschrift wird in Zukunft ebenso sanftes Licht spenden wie so manche Weihnachtsbeleuchtung, die auch noch Anfang Januar den Abend­himmel ziert.

julian feldmann

Das Logo der Wasserwerke Zug (WWZ) strahlt hell in die Nacht. (Bild: Stefan Kaiser)

Das Logo der Wasserwerke Zug (WWZ) strahlt hell in die Nacht. (Bild: Stefan Kaiser)