ZUG: L&G-Gebäude: Diskussion um Folgekosten

Die FDP vermisst bei den Folgekosten zur 52-Millionen-Investition der Stadt Zug in das ehemalige L&G-Gebäude Angaben zu den Abschreibungen. Doch diese können offenbar noch gar nicht beziffert werden.

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Das ehemalige L&G-Gebäude ist heute im Besitz der Stadt Zug. Sie will dort ihre Verwaltung zentralisieren. (Bild: Werner Schelber/Neue ZZ)

Das ehemalige L&G-Gebäude ist heute im Besitz der Stadt Zug. Sie will dort ihre Verwaltung zentralisieren. (Bild: Werner Schelber/Neue ZZ)

2012 hatten die Stadtzuger über den Kauf des ehemaligen Landis&Gyr- Gebäudes für 52 Millionen Franken abgestimmt. Doch es seien falsche, zu tiefe Folgekosten in den Abstimmungsunterlagen aufgeführt gewesen, bemängelte an der Sitzung des Grossen Gemeinderats (GGR) vom Dienstag Martin Kühn, Fraktionssprecher der FDP. Behandelt wurde die Antwort des Stadtrats auf eine entsprechende Interpellation. In den neuesten Berechnungen zu den Einnahmen und Ausgaben fehlten auch die Abschreibungen, bemängelte Kühn.

Karl Kobelt, Vorsteher des Finanzdepartements, bat um Verständnis, dass nicht alle Kosten im Voraus genau beziffert werden konnten. Erst in den vergangenen zwei Jahren habe der Stadtrat die Anforderungen an die Liegenschaft umfassend abgeklärt. Dabei habe sich gezeigt, dass es sinnvoll sei, im Sinne einer voraussehenden Planung bereits mit dem Umzug der Verwaltung im Jahre 2019 gewisse Anpassungen zu realisieren – notwendig seien sie aber nicht. Diese optionalen Kosten werden auf rund 5 Millionen Franken geschätzt.

Zu den fehlenden Abschreibungen in der Vorlage sagte der Finanzvorsteher, man könne diese wegen geänderter Bedingungen noch nicht berechnen. Und es sei nicht klar, welche Teile des Gebäudes sich im Verwaltungsvermögen befinden. Die Antwort des Stadtrats befriedigte nicht: Sie wurde mit 19 zu 14 Stimmen ablehnend zur Kenntnis genommen.

Mehr Schulraum im Westen

In den stark wachsenden Quartieren im Westen der Stadt Zug braucht es dringend mehr Schulraum. Dazu hat der Stadtrat seine Strategie dargelegt: In erster Priorität soll die Schulanlage Riedmatt erweitert werden. Für das Quartier Herti schlägt der Stadtrat vier Varianten vor, die von der Sanierung der bestehenden Schulanlage Herti bis zu deren Neubau gehen. Zudem muss mit der Gemeinde Baar eine gemeinsame Lösung für die geplante Überbauung Unterfeld/Schleife gefunden werden. Eine angedachte Möglichkeit ist ein neues Schulhaus.

Absage und Beiträge

Die Stadt Zug wird sich nicht in die Luegeten AG in Menzingen einkaufen: Der GGR lehnte es ab, mit einer Beteiligung von 350'000 Franken zehn Pflegeplätze zu sichern. Ja sagte der Rat hingegen dazu, dass die Stadt der Stiftung Museum in der Burg für weitere zwei Jahre mit einem Betriebsbeitrag von jährlich 340'000 Franken unter die Arme greift. Allerdings bleibt die Forderung bestehen, dass auch die anderen Zuger Gemeinden der Stiftung beitreten und nicht nur auf freiwilliger Basis Beträge zahlen.

pd/cv